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E-Antrieb zum Nachrüsten

Mit dem Geo Orbital Wheel eines US-amerikanischen Start-up-Unternehmens lässt sich jedes Fahrrad im Handumdrehen zu einem E-Bike umwandeln. (Foto: © GeoOrbital, kickstarter.com/projects/1266381423/geoorbital-wheel-make-your-bike-electric-in-60-sec)
Mit dem Geo Orbital Wheel eines US-amerikanischen Start-up-Unternehmens lässt sich jedes Fahrrad im Handumdrehen zu einem E-Bike umwandeln. (Foto: © GeoOrbital, kickstarter.com/projects/1266381423/geoorbital-wheel-make-your-bike-electric-in-60-sec)

Mit dem Geo Orbital Wheel eines US-amerikanischen Startup-Unternehmens lässt sich jedes Fahrrad im Handumdrehen zu einem E-Bike umwandeln. Es besitzt eine maximale Reichweite von 80 Kilometern und verspricht Geschwindigkeiten von über 30 km/h.

24.07.2016 – Die Erfindung einer Startup-Firma aus den USA könnte den Markt für E-Bikes in den nächsten Jahren revolutionieren. Mit Preisen von meist mehreren Tausend Euro ist die Anschaffung eines Elektrofahrrads zurzeit noch eine äußerst teure Angelegenheit. Dagegen kann mit dem Geo Orbital Wheel schon für umgerechnet 825 Euro fast jedes herkömmliche Fahrrad zu einem E-Bike umfunktioniert werden. Der Hersteller verspricht, dass das Reifenset innerhalb von weniger als 60 Sekunden montiert ist – vorausgesetzt man besitzt einen Schnellspanner. Vorderrad ausbauen, Geo Orbital Wheel einsetzen, Kabelfernbedienung am Lenker befestigen, fertig!

Doch wie funktioniert die Erfindung aus den USA überhaupt genau? Die Hersteller haben einen 500 Watt starken Elektromotor in der Mitte des Rads verbaut, der über Walzen die Kraft auf die Felge überträgt. Der Akku sitzt an einer der drei Speichen und liefert in der größeren Variante Strom für eine Reichweite von etwa 80 Kilometern, je nach Fahrweise und Fahrmodus. So kann das Fahrrad komplett elektrisch fahren oder den Motor auch nur unterstützend einsetzen. Der Lithium-Ionen-Akku lädt sich außerdem beim Bergabfahren oder kräftigem in die Pedale treten von selbst wieder auf. Damit kann es seinen Benutzer vor allem in den Bergen, wenn schwierige Anstiege zu bewältigen sind, unterstützen und beim Ausrollen den Akku wieder nachladen.

Unterschiedliche Ausführungen erhältlich

Je nach Fahrrad gibt es das Geo Orbital Wheel in unterschiedlichen Varianten zu kaufen. Für Rahmengrößen von 28 beziehungsweise 29 Zoll gibt es eine größere Version sowie einen Akku mit einer Leistung von 10 Amperestunden. Dieser kann innerhalb von vier Stunden komplett geladen werden. Die kleinere Ausfertigung des Geo Orbital Wheel ist für 26-Zoll-Fahrräder vorgesehen und besitzt mit 6 Amperestunden einen etwas kleineren Akku.

Während die kleinere Variante eine maximale Reichweite von 48 Kilometern besitzt, kann die größere bis zu 80 Kilometer zurücklegen. Dabei muss man dann aber auch selbst in die Pedale treten. Bewegt man sich nur mit der reinen Motorkraft vorwärts, beträgt die Reichweite je nach Variante immerhin noch 19 beziehungsweise 32 Kilometer. Der Schaumstoffreifen garantiert außerdem, dass zumindest der Vorderreifen keinen Platten erleiden kann.

Die ersten Auslieferungen werden im November 2016 erwartet. Bei der Crowdfunding-Kampagne für das Geo Orbital Wheel sollten ursprünglich 75.000 US-Dollar zusammenkommen. Daraus ist nichts geworden, denn es wurden insgesamt über 1,2 Millionen US-Dollar. Als „Super Early Bird“ konnte man sich sein Reifenset bereits für 499 US-Dollar sichern. Doch die unterschiedlichen Vorbestellungsoptionen waren im Handumdrehen ausverkauft.

In Deutschland nur mit Moped-Führerschein einsetzbar

Auch wenn die Erfindung eine echte Marktlücke abdeckt und sofort eine große Nachfrage generiert hat, besitzt das Rad für die Verwendung in Deutschland einen großen Haken. Das Geo Orbital Wheel kann einen Fahrer auch ohne Pedalnutzung auf bis zu 32 Kilometer pro Stunde beschleunigen und gilt damit hierzulande als Kleinkraftrad. Deshalb muss sein Benutzer einen Führerschein der Klasse AM, also einen Moped-Führerschein, besitzen. Zudem benötigt man eine Betriebserlaubnis sowie ein Versicherungskennzeichen.

In Anbetracht der Tatsache, dass das Vorderrad ansonsten auch mit alten und technisch völlig unzureichend sicheren Fahrrädern genutzt werden könnte, erscheint die typisch deutsche Übervorsicht an dieser Stelle äußerst sinnvoll. Unfälle mit herkömmlichen E-Bikes, die extra für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt sind, zeigen, welches Gefahrenpotential hinter motorbetriebenen Fahrrädern stecken kann und wie schnell sie unterschätzt werden. jk

Kommentare

Horst am 26.10.2016

+339 Gut Antworten

Völliger Quatsch diese deutsche Überregulierung in solch belanglosen Bereichen - Stichwort Eigenverantwortung etc.

 

Aber Hauptsache Großkonzerne etc. bekommen keine klaren gesetzlichen Vorgaben sondern ständig nur freiwillige Selbstverpflichtungen..

 

Am Besten man entschließt sich doch noch zu allgemeinen Fahrrad-Führerschein- und Versicherungspflicht. Da kann der Staat wieder die kleinen Leute abgreifen. Immer schön von unten nach oben!

Frank am 30.05.2017

+349 Gut Antworten

Mit einem Straßenrennrad bin ich auf der Geraden 45km/h und den Berg hinab 65km/h gefahren. Da fragt niemand nach einer Helmpflicht oder einer Zulassung. Weshalb wird dann ein 32km/h fahrendes E-Bike als Kleinkraftrad eingestuft. Ich glaube, es geht hier weniger um die Sicherheit sondern einfach darum, dass man nicht weiß, wie man solch ein E-Bike einordnen soll bzw. dass man wieder eine Quelle gefunden hat, an der Behörden und Versicherungen verdienen können. In Deutschland herrscht vielfach Kasko-Denken vor. Es muss alles 100%ig abgesichert sein - nur ja keine Eigenverantwortung.

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