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SPD drängt auf schnelleren Umstieg auf E-Autos

Die Förderung gewerblich genutzter Elektrofahrzeuge steht bereits im Koalitionsvertrag, zusätzlich will die SPD die wenig erfolgreiche Kaufprämie für Taxis und leichte Nutzfahrzeuge verdoppeln. Ein sinnvoller Schritt für sauberen Lieferverkehr.

14.02.2018 – Auch eineinhalb Jahre nach Einführung der Kaufprämie für Elektroautos waren zum Jahreswechsel gerade einmal gut zehn Prozent der 600 Millionen Euro vergeben, die Halbzeitbilanz sieht mau aus. Um das Geld nicht ungenutzt zu lassen, denkt die SPD über eine Richtungsänderung nach. Die Prämie solle von 4.000 Euro auf 8.000 Euro erhöht werden, allerdings nicht für alle. Gefördert werden sollen gezielt Taxi-Unternehmen und Firmen mit leichten Nutzfahrzeugen, die oft mit Dieselmotoren fahren.

„Wir wollen saubere Mobilität in den Städten und Fahrverbote für Dieselfahrzeuge vermeiden“, sagte dazu SPD-Fraktionsvize Sören Bartol der Deutschen Presse-Agentur. Bartol leitete in den Koalitionsgesprächen die Verhandlungsgruppe Verkehr und Infrastruktur. Nach Informationen des manager magazins hatten die Sozialdemokraten die Summe von 8.000 Euro in die Verhandlungen eingebracht, konnten diese aber wegen ausstehender Haushaltsgespräche nicht festschreiben. Unsicher ist allerdings, ob eine Bevorteilung bestimmter Berufsgruppen rechtlich durchführbar ist.

Neue Dynamik durch Sonderabschreibung?

Festgelegt haben die wohl zukünftigen Koalitionäre eine Sonderabschreibung von 50 Prozent für gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge im Jahr der Anschaffung. Die Regelung könnte der aufkommenden Entwicklung mehr Dynamik verleihen, denn besonders Lieferdienste suchen derzeit nach elektrisch betriebenen leichten Lieferwägen. Vorreiter ist die Deutsche Post, die mit ihren mittlerweile über 5.000 eigens hergestellten Streetscootern ausliefert und damit sehr erfolgreich ist. Andere Paketzusteller wie UPS und Hermes versuchen durch Kooperationen ihre Flotten umzurüsten.

Auch die europäischen Autohersteller haben endlich den Trend erkannt, in den kommenden Jahren sollen gleich mehrere E-Transporter auf den Markt kommen. Kommt nun Schützenhilfe aus der Politik, könnte die Luft deutscher Innenstädte tatsächlich sauberer werden. Lärm und Schadstoffe würden dort reduziert, wo es am dringendsten ist.

Elektromobilität perfekt für Lieferverkehr

Angetrieben wird diese Entwicklung von der Furcht vor Fahrverboten, gleichzeitig passt die Elektromobilität nahezu perfekt zu den Anforderungen des städtischen Lieferverkehrs. Die täglichen Touren können genau geplant und an die Reichweite der Fahrzeuge angepasst werden, zudem sind sie selten länger als hundert Kilometer. Eine Batterieladung dürfte also ausreichen. Über Nacht können die Fahrzeuge an der Steckdose im Depot geladen werden.

Auch für Taxi-Unternehmen und Handwerksbetriebe dürften elektrisch angetriebene Pkw und leichte Nutzfahrzeuge in den nächsten Jahren immer interessanter werden, sie können wie Paketzusteller nicht auf die Fahrt in Innenstädte verzichten. cw

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