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VerbrauchsangabenFalsche Spritangaben führten zu 264 Mio. Tonnen CO2

Autos stoßen auf der Straße mehr CO2 aus als Autokonzerne offiziell angeben
Fast alle Autos stoßen auf der Straße mehr CO2 aus als die Autokonzerne in ihren Prospekten angeben. (Foto: Redouane El Hamidi, Unsplash)

Falsche Angaben der Autokonzerne zum Spritverbrauch haben enorme Folgen: Seit dem Jahr 2000 sind zusätzlich 264 Millionen Tonnen CO2-Emissionen entstanden, mehr als die Niederlande pro Jahr ausstoßen. Autofahrer zahlten 150 Milliarden Euro zu viel.

30.08.2018 – Während im Jahr 2000 der Unterschied zwischen dem offiziellen Spritverbrauch und dem tatsächlichen bei durchschnittlich neun Prozent lag, ist dieser mittlerweile auf 42 Prozent angestiegen. Ein Wert, der nicht nur das Ausmaß falscher Angaben der Autoindustrie zeigt, sondern auch große Probleme mit sich bringt: 149,6 Milliarden Euro haben die falschen Angaben europäische Autofahrer in den vergangenen 18 Jahren an den Zapfsäulen gekostet. Ein irreparabler Schaden kommt zwangsläufig hinzu: 264 Milliarden Tonnen Treibhausgasemissionen sind zusätzlich in die Atmosphäre gelangt – mehr als die gesamten Niederlande pro Jahr ausstoßen.

Diese Berechnungen hat die europäische NGO-Dachorganisation Transport and Environment veröffentlicht, sie basieren auf Zahlen des International Council on Clean Transportation (ICCT). Die gemeinnützige Organisation aus den USA mit Niederlassung in Berlin steht für lobbyunabhängige Forschung im Verkehrsbereich und hatte den Dieselskandal mitaufgedeckt. Die Forscher verwendeten hierfür Daten aus über eine Million Autos aus acht europäischen Ländern.

Neues Testverfahren WLTP schafft neue Schlupflöcher

Dass Autobauer weltweit beim Kraftstoffverbrauch ihrer Autos ungenaue und falsche Angaben veröffentlichen, ist seit langem bekannt. Im Zuge der Abgasaffäre empörte sich auch die Politik über diese Praxis und führt nun ab September ein neues Zulassungsverfahren ein.

Doch dieses WLTP genannte Verfahren steht in der Kritik. Zwar soll realitätsnäher gemessen werden, über einen längeren Zeitraum und bei höheren Geschwindigkeiten. Auch der Ausbau von Ausstattungsteilen ist nicht mehr erlaubt. Gemessen wird dennoch weiterhin auf dem Teststand und nicht auf der Straße. Das neue Messverfahren schließe zwar einige Lücken, öffne aber andere, kritisiert Transport and Environment. Es sieht also nicht so aus, als wenn falsche Spritangaben der Vergangenheit angehören. cw


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