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Kampf gegen schlechte LuftLondon testet Fahrverbote für Verbrenner

Seit Jahren ist die Abgasbelastung in den engen Straßenschluchten des Londoner Stadtzentrums viel zu hoch. (Photo by Sandra Ahn Mode on Unsplash)

Seit Jahren kämpft die britische Hauptstadt gegen starke Luftverschmutzung. Nun werden Autos mit Verbrennungsmotoren im Rahmen eines Pilotversuchs erstmals komplett auf einer Straße verboten. Zukünftig könnten die Fahrverbote ausgeweitet werden.

27.08.2018 – Die City of London will in einem Testlauf ab dem Frühjahr 2019 Fahrzeuge mit reinen Verbrennungsmotoren vollständig von einer Straße verbannen. Der südliche Teil der eher kleinen Moor Lane darf dann nur noch von Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Autos befahren werden. Das habe die Verwaltung des Finanzdistrikts in der britischen Hauptstadt mitgeteilt, so die Deutsche Presse-Agentur.

In den engen Straßenschluchten des Londoner Stadtzentrums ist die Abgasbelastung seit Jahren viel zu hoch. Dem will man nun entschlossen entgegentreten. Zukünftig könnte das Verbot für Verbrennungsmotoren deshalb auch auf andere Teile der Stadt ausgeweitet werden. Dafür wolle man die Ergebnisse des Pilotversuchs aber zunächst sorgfältig überprüfen.

Innenstadtmaut besteht seit 2003

Damit plant London eine weitere Verschärfung seiner sowieso schon relativ strengen Auflagen. Seit dem 17. Februar 2003 gibt es nämlich bereits die Innenstadtmaut (London congestion charge). Autofahrer müssen unter der Woche zwischen 7 und 18 Uhr eine Gebühr in Höhe von 11,50 Pfund Sterling – umgerechnet 12,70 Euro – bezahlen, wenn sie in das Zentrum von London wollen. Zumindest wenn sie einen Verbrenner fahren. Für Elektroautos sowie einige Hybrid-Pkw entfällt die Maut nämlich. In den letzten Jahren wurde die Tagesgebühr regelmäßig angehoben.

Einrichtung einer „Ultra Low Emission Zone“

Doch damit nicht genug: Zusätzlich zu der Innenstadtmaut wird zeitgleich mit dem Beginn der Testphase eine neue Maut für ältere Fahrzeuge erhoben. Dafür wird eine sogenannte „Ultra Low Emission Zone“ (ULEZ) eingerichtet, die bis zum Jahr 2021 fast auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden soll. Autofahrer müssen dadurch zu jeder Tages- und Wochenzeit noch eine Zusatzgebühr in Höhe von 12,50 Pfund, also knapp 14 Euro, bezahlen.

Damit macht die City of London insgesamt deutlich: Wir wollen keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr in unserer Innenstadt. Ähnlich verhält es sich in Paris, wo großflächige Fahrverbote für Benziner und Diesel-Pkw spätestens ab 2030 gelten werden. Noch liegen die Stickstoffdioxid-Werte in der britischen Hauptstadt jedoch regelmäßig über den gesetzlichen Grenzwerten. jk


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Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

sonnenstromer 27.08.2018, 12:22:54

Endlich mal eine richtige, konsequent Maßnahme. Vielleicht wachen dann auch mal unsere großen Autobosse auf, weil sie kein Mercedes, BWM, VW... mehr verkaufen können.


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