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Energiewende-Index: Ziele werden verfehlt

Bürger würden gerne mitbestimmen woher ihr Strom kommt – die Politik macht es ihnen aber schwer. (Foto: Nicole Allé)
Bürger würden gerne mitbestimmen woher ihr Strom kommt – die Politik macht es ihnen aber schwer. (Foto: Nicole Allé)

Der aktuelle Index von McKinsey sieht die deutsche Energiewende noch weiter vom Erfolgspfad entfernt als zur Veröffentlichung des ersten Energiewende-Index September 2012. Positiv werden der Photovoltaik-Ausbau und die Versorgungssicherheit bewertet.

03.09.2014 – Der Energiewende-Index betrachtet seit 2012 alle sechs Monate den Status der Energiewende in Deutschland entlang der drei Dimensionen des energiewirtschaftlichen Dreiecks „Klima- und Umweltschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit“. Daraus werden relevante Indikatoren analysiert und daraufhin bewertet, inwieweit sie ihre für 2020 geplanten Zielwerte im geplanten Zeitverlauf der Energiewende erreicht haben.

„Im optimalen Korridor für die Zielerreichung liegen nur sechs Indikatoren; bei neun Indikatoren gibt es deutlichen Anpassungsbedarf, da die Zielerreichung aktuell als unrealistisch bewertet werden muss“, so das Ergebnis. Einige Ziele dürften laut Index kaum mehr erreichbar sein: Dazu zählen die Reduzierung der CO2-Äquivalent-Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 ebenso wie die Ziele, den Primärenergie- und Stromverbrauch zu senken und mehr Windanlagen vor den Küsten auszubauen.

Als realistisch wertet der Index die Zielerreichung bis zum Jahr 2020 bezüglich des Ausbaus der Photovoltaik, des Ausfalls der Stromversorgung, des Ausbaus der Transportnetze, die Anzahl Arbeitsplätze im Bereich Erneuerbarer Energien und der stromintensiven Industrie sowie für die gesicherte Reservemarge. Bei der Bewertung der Arbeitsplätze im Bereich der Erneuerbaren Energien sind die herben Verluste im Bereich der deutschen Solarindustrie wohl nicht mitgezählt worden.

Beim Gesamtverbrauch von Kohle, Öl, Gas etc. sei die Entwicklung weit entfernt vom ursprünglich angestrebten Ziel der Bundesregierung. Grund dafür ist laut Studie die unzureichende Realisierung von bestehenden Energieeffizienzpotenzialen. Der Stromverbrauch ist seit 2013 zwar gesunken, liege aber mit 600 TWh dennoch über dem notwendigen Ziel von 589 TWh.

Eine zögerliche und verfehlte Energiepolitik behindert zunehmend die Energiewende und erfolgreiche Bürgerenergie-Projekte oder auch den zügigen Ausbau von Windenergie an Land. Zudem muss das Marktdesign nachgebessert werden. na

Kommentare

Erich Görgens am 03.09.2014

+167 Gut Antworten

Ein mageres Ergebnis unter großem Namen. Wieso wird der Ausbau der Photovoltaik und der Versorgungssicherheit so positiv bewertet...?Alles nur Lobby-geschwängerte Information...? Reichlich verwinkelt formuliert. Soll das ein wissenschaftlicher Anstrich sein..? Ist "klar und deutlich" zu wenig..? Ich finde viele "auch Besorgte" haben die Zeichen der Zeit erkannt und wissen, dass erfolgreiche Akteure der Energiewende ihre Schäfchen schon längst im Trocknen haben. So vor allem die Politik, die sich als Verursacher und Profiteur die Hände reibt, kein Wunder bei soviel Glück...! Weit und breit kein Widerspruch, ist unsere Presse im Dauerurlaub oder schon so geknebelt das sie nicht anders kann..? Das wäre ja noch hässlicher als in einer Diktatur. Aber das dicke Ende kommt sicher noch wenn die Kuh keine Milch mehr gibt. Der Artikel, den ich hier erst kommentieren wollte, ist ein gutes Beispiel für die überall vorherrschende Tendenz: Mitreden, ohne was zu sagen!

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