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Es stinkt am deutschen Auto-Himmel

Die kalifornische Umweltbehörde weist Audi und VW Betrug nach und kündigt wegen bis zu 40-facher Überschreitung der Dieselabgas-Grenzwerte Strafzahlungen in Milliardenhöhe an. Die DUH fordert indes ein Diesel-PKW-Fahrverbot in deutschen Städten.

21.09.2015 – Die kalifornische Umweltbehörde CAL EPA gab am vergangenen Freitag bekannt, dass sie die Audi AG und der Volkswagen AG bei der rechtswidrigen Manipulation der Abgasreinigung von 482.000 Diesel-PKW in den USA überführt habe. Die Nutzung von Abschalteinrichtungen in Fahrzeugen um die Luftqualitätsvorschriften zu umgehen sei illegal und bedrohe die Gesundheit der Bürger, so die kalifornische Behörde. Nun drohen dem Volkswagenkonzern eine Rekordstrafe von bis zu 18 Mrd. US-Dollar und ein behördlich angeordneter Rückruf aller betroffenen Fahrzeuge.

Zudem hat die CAL EPA angekündigt, weitere Diesel-Pkw von VW/Audi sowie weiterer Hersteller zu untersuchen. Die Autos haben laut Angaben der EPA eine Software, welche die Abgaskontrollen beim normalen Fahren ausschaltet und bei Abgastests anschaltet. Diese Manipulationen hätten nun dazu geführt, dass die Autos die in den USA festgelegten Abgas-Grenzen um das bis zu 40-Fache überschreiten.

Auf die Manipulationen der Abgaskatalysatoren deutscher Diesel-PKW-Hersteller wurde die kalifornische Umweltbehörde durch Abgastests der Deutschen Umwelthilfe (DUH) sowie insbesondere einer Untersuchung des International Council on Clean Transportation (ICCT) vom Herbst 2014 aufmerksam. Das Problem bestehe aber nicht nur in den USA, so die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die auf der IAA in Frankfurt gegen die zunehmende Missachtung von Abgasvorschriften für CO2 und NO2 durch deutsche PKW-Hersteller gerade erst protestierte, sondern in noch deutlich stärkerem Umfang in Europa, vor allem bei den deutschen Auto-Herstellern.

Die DUH kündigt nun eine schnelle gerichtliche Durchsetzung von Fahrverboten für schmutzige Diesel-PKW in deutschen Städten sowie den Widerruf von Typengenehmigung für Euro 6 Diesel-PKW mit erhöhten Abgasemissionen im Realbetrieb an. In Deutschland kämpfe die Bundesregierung geradezu für das Recht der Autobauer auf die Verschmutzung der Atemluft, beklagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, „hintertreibt geplante Kontrollvorschriften der EU-Kommission und verweigert behördliche Nachkontrollen selbst bei Überschreitungen der Stickstoffdioxid-Werte um 2.500 Prozent“.

Seit zehn Jahren werden die Grenzwerte für das besonders gesundheitsgefährdende Dieselabgasgift Stickstoffdioxid in der Atemluft deutscher Städte massiv überschritten berichtet die DUH. Dennoch werden auf Druck der Autoindustrie bis heute keine ausreichend wirksamen Maßnahmen ergriffen. In dem der DUH vorliegenden Schreiben der EU-Kommission vom 18. Juni 2015 zur Einleitung eines Vertragsverletzungsverfahrens kritisiert die EU-Kommission massiv das Eintreten Deutschlands für schmutzige Diesel-PKW und die aktive Verwässerung zukünftiger Abgasstandards auf EU-Ebene durch die deutsche Bundesregierung.

Kommentare

Andreas Hahn am 22.09.2015

+282 Gut Antworten

Was heißt das nun? Das ich meinen 170 CDI mit zusätzlichem Rußpartikelfilter und grüner Plakette wegschmeißen kann ?

Rudolf Koenig am 07.10.2015

+443 Gut Antworten

Na da kann man nur hoffen, daß alle Vereinsmitglieder und Sympathisanten sich von ihren Diesel PKW trennen.

Interessant wäre das beobachten zu können.

Grüße

Rudolf Koenig

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