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München könnte bald raus aus der Kohlekraft

München könnte sich bald von der Steinkohleverstromung verabschieden – das Ausstiegsdatum ist allerdings höchst umstritten (Foto: <a href="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3c/Heizkraftwerk_Nord.JPG" target="_blank"> N p holmes </a>, <a href=" https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0" target="_blank"> CC BY-SA 3.0 </a>)
München könnte sich bald von der Steinkohleverstromung verabschieden – das Ausstiegsdatum ist allerdings höchst umstritten (Foto: N p holmes , CC BY-SA 3.0 )

Die Münchner können über ihre Energiezukunft entscheiden. Der Bund Naturschutz unterstützt das Bürgerbegehren gegen die Kohleverbrennung im Heizkraftwerk Unterföhring: Der Kohle-Ausstieg wäre eine Riesenchance für die bayerische Landeshauptstadt.

27.10.2017 – Am 5. November bekommen Münchens Bürger die Möglichkeit, sich von der Kohleverstromung in ihrer Stadt in naher Zukunft zu verabschieden – per Bürgerbescheid können sie für das Bürgerbegehren „Raus aus der Steinkohle“ stimmen. Im Heizkraftwerk Nord in Unterföhring werden jedes Jahr 800.000 Tonnen Steinkohle verbrannt. Das von der Ökologisch-Demokratischen Partei ÖDP initiierte Bürgerbegehren sieht eine Abschaltung des Kohleblocks bis 2022 vor. Der Ökopartei zur Seite stehen die Freien Wähler, die Linke und etliche Organisationen wie etwa der BUND. Nach anfänglichen Zweifeln schlossen sich im Sommer dann auch die Münchner Grünen dem Bündnis an.

München könnte mit der Entscheidung zum Kohleausstieg für alle Städte in Deutschland ein Zeichen setzen, dass es ernst machen will mit dem Klimaschutz. Vorreiter ist im Moment Berlin, das gerade beschlossen hat bis spätestens 2030 die verbliebenen drei Kohlekraftwerke abzuschalten. In der Hauptstadt stammen noch 40 Prozent des Stroms aus der Kohleverbrennung.

Ausstiegsszenarien

Das Öko-Institut hat verschiedene Ausstiegsszenarien für das Heizkraftwerk Nord in Unterföhring durchgerechnet. Demnach würde eine Stilllegung des Kohleblocks im Jahr 2020 bis zu 10,6 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Schaltet man das Kraftwerk 2025 statt 2035 ab, beträgt die Emissionsminderung immer noch bis zu 7,5 Millionen Tonnen.

Bis die Erneuerbaren Energien ausreichend ausgebaut wären, hier allen voran die Geothermie, müsste die wegfallende Kapazität durch ein modernes Gaskraftwerk ersetzt werden – das haben sich die Stadtwerke in einer Studie errechnen lassen. Gas wäre zwar nicht CO2-neutral, aber doch deutlich sauberer als Kohle. Doch auch ein solches Ersatzkraftwerk würde laut Stadtwerken bis 2022 nicht fertig werden. Ein frühzeitiger Ausstieg aus der Steinkohle hätte für die Stadtwerke aber vor allem wirtschaftliche Folgen. Laut Berechnung des Öko-Instituts würden sich die finanziellen Einbußen zwischen 153 und 314 Millionen Euro bewegen – je nach Ausstiegsdatum.

Bei einem positiven Bürgerentscheid wäre es laut Experten wahrscheinlich, dass die Bundesnetzagentur Block 2 wegen der angeblich fehlenden Ersatzkapazitäten für unverzichtbar erklären würde – was ein komplettes Abschalten verhindern würde. CSU und SPD wollen auch für den Fall eines positiven Bürgerentscheids den Kohleblock erst zwischen 2027 bis 2029 herunterfahren. na

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