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SPD-Anhänger kehren der Kohle den Rücken

Von den 5.032 Befragten haben insgesamt 56,8 Prozent angegeben, dass die SPD in einer möglichen Großen Koalition auf jeden Fall die Energiegewinnung aus der Verbrennung von Kohle beenden sollte. (Foto: <a href="https://pixabay.com/de/industrie-dumper-mineralien-kohle-2023592" target="_blank">stafichukanatoly / pixabay.com</a>, CC0 Creative Commons)
Von den 5.032 Befragten haben insgesamt 56,8 Prozent angegeben, dass die SPD in einer möglichen Großen Koalition auf jeden Fall die Energiegewinnung aus der Verbrennung von Kohle beenden sollte. (Foto: stafichukanatoly / pixabay.com, CC0 Creative Commons)

Mit 78 Prozent will eine deutliche Mehrheit der SPD-Anhänger in einer möglichen Großen Koalition einen Ausstieg aus der Kohleverstromung. Bisher tat man sich eher schwer bei dem Thema. Kommt nun die Kehrtwende in der Umweltpolitik der SPD?

23.12.2017 – Zurzeit könnte sich ein Richtungswechsel in der Energiepolitik bei der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) andeuten. Schon beim SPD-Parteitag plädierte Martin Schulz am 7. Dezember in Berlin für eine neue Ausrichtung der Umweltpolitik. Die Klimaziele könne man nur mit einem schrittweisen Ausstieg aus der Kohlekraft erreichen. Nun haben sich auch noch 78 Prozent der SPD-Anhänger dafür ausgesprochen, dass die SPD in einer möglichen Großen Koalition einen Kohleausstieg einleiten sollte. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen online-Meinungsumfrage der Forschungsgruppe Civey im Auftrag von Greenpeace.

„Die Sozialdemokraten müssen in den Sondierungsgesprächen Umwelt- und Klimaschutz den Stellenwert einräumen, den ihre Anhänger längst erkannt haben“, sagt Greenpeace Klimaexperte Karsten Smid. „Dazu gehört, dass sie endlich einen sozial verträglichen Kohleausstieg gestalten, anstatt das deutsche Klimaschutzziel zu verraten.“

Zustimmung für Kohleausstieg insgesamt groß

Von den 5.032 Befragten haben 31,0 Prozent angegeben, dass die SPD in einer möglichen Großen Koalition „auf jeden Fall“ die Energiegewinnung aus der Verbrennung von Kohle beenden sollte. Weitere 25,8 Prozent haben die Frage mit „eher ja“ beantwortet. Damit haben sich insgesamt 56,8 Prozent für einen Ausstieg aus der Kohle ausgesprochen. Dagegen gaben mit insgesamt 31,2 Prozent nur weniger als ein Drittel der Befragten an, dass sie gegen den Einsatz der SPD für einen Kohleausstieg seien.

Hierbei kam aber auch ein deutlicher Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland zum Vorschein. Während im Westen die Zustimmung für einen Kohleausstieg mit 62 Prozent relativ hoch ist, zeichnet sich im Osten mit nur 38 Prozent eine große Skepsis ab. „Die Menschen im Osten erwarten zu Recht, dass eine künftige Regierung den Strukturwandel sozialverträglich gestaltet“, so Smid. „Wenn die SPD sich wirklich erneuern will, dann muss sie auch die drängendsten Fragen der Zeit anpacken. Die Zukunft lässt sich nicht aufhalten, aber politisch gestalten.“ Deshalb müsse Klimaschutz und Wirtschaft miteinander vereint werden und beim Kohleausstieg neue Arbeitsplätze geschaffen werden. jk

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