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Abholzung des Amazonas-Regenwaldes schreitet voran

Leider ein typisches Bild: Ein übrig gebliebenes Waldstück mitten in einem Baumwollfeld im Nordwesten des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso, nahe dem Nationalpark Xingu. (Foto: Pedro Biondi/ABr, Agência Brasil, wikimedia commons, CC BY 3.0 BR)
Leider ein typisches Bild: Ein übrig gebliebenes Waldstück mitten in einem Baumwollfeld im Nordwesten des brasilianischen Bundesstaates Mato Grosso, nahe dem Nationalpark Xingu. (Foto: Pedro Biondi/ABr, Agência Brasil, wikimedia commons, CC BY 3.0 BR)

Die Zerstörung des Regenwalds im Amazonasgebiet geht weiter, trotz internationaler Proteste und Bemühungen der Brasilianischen Regierung. In einem Jahr gingen 5.012 Quadratkilometer verloren, eine Fläche doppelt so groß wie das Saarland.

19.08.2015 – Die brasilianische Regierung ist offenbar überfordert, das sensible Ökosystem und seine indigenen Bewohner zu schützen. Besonders regionale und lokale Behörden sind entweder machtlos oder korrupt. Illegaler Holzschlag und Brandrodung sind an der Tagesordnung. Wie die Regierung nun mitteilte, wurden zwischen August 2013 und Juli 2014 rund 5.012 Quadratkilometer abgeholzt. Gegenüber dem Vorjahr ging der Verlust zwar um 15 Prozent zurück, doch es bleiben schockierende Dimensionen.

Einen traurigen Höhepunkt der Abholzung erreichte das für das Weltklima bedeutende Regenwaldgebiet im Jahr 2004 mit 28.000 Quadratkilometern verlorenen Wald. Die brasilianische Regierung reagierte auch aufgrund des Drucks aus der Bevölkerung und internationaler Empörung mit einem Plan zum Kampf gegen den illegalen Holzeinschlag. Dieser zeigte Wirkung, allerdings geht die Bekämpfung nicht schnell genug vonstatten. Schutzzonen und mit Satelliten gesteuerte Überwachung sollen die Bekämpfung wirkungsvoller machen.

Indonesien ist trauriger Spitzenreiter

Einsamer Spitzenreiter in der Zerstörung des Regenwaldes ist mittlerweile Indonesien. Dort wurden allein 2012 8.400 Quadratkilometer Regenwald abgeholzt. Die Regierung hat keine Kontrolle mehr über ihr Land, die massive illegale Rodung ist trauriger Alltag. In zwölf Jahren hat Indonesien damit eine Fläche verloren, die größer ist als Kroatien. Das seit 2011 geltende Moratorium ist unwirksam. Besonders große Agro-Konzerne holzen riesigen Flächen Regenwald ab um dort vor allem Palmöl und Soja anzubauen.

Eine gute Nachricht kommt dagegen aus Norwegen. Der mächtige norwegische Pensionsfonds, der größte öffentliche Investmentfonds der Welt, will seine Gelder aus vier Unternehmensgruppen abziehen, die Geschäfte mit Palmölplantagen auf abgeholzten Regenwaldflächen machen. Diese werden aufgrund des Risikos „schwerer Umweltschäden“ ausgeschlossen. Zu den Unternehmen gehört auch die bekannte südkoreanische Unternehmensgruppe Daewoo International. cw

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