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Japan bremst den eigenen Solarboom

Solarmobil mit an der Spitze: Der Gewinner des Global Green Challenge 2009, Tokai Challenger, Japan Tokai University Solar Car Team. (Foto: Wikimedia Commons / By Hideki Kimura, Kouhei Sagawa,  Own work, CC BY 3.0 https://commons.wikimedia.org/w/index.php
Solarmobil mit an der Spitze: Der Gewinner des Global Green Challenge 2009, Tokai Challenger, Japan Tokai University Solar Car Team. (Foto: Wikimedia Commons / By Hideki Kimura, Kouhei Sagawa, Own work, CC BY 3.0 https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8341063)

Nach dem Reaktorgau im AKW Fukushima im Jahre 2011 begann die japanische Regierung den Ausbau Erneuerbarer Energien, insbesondere der Solarenergie, mit hohen Einspeisevergütungen zu fördern. Doch jetzt rudert Japans Regierung schon wieder zurück.

22.07.2016 – Zwar hielt Japan auch nach dem Super-Gau von Fukushima an der Atomkraft fest, förderte aber auch den Ausbau der solaren Energie; es gab fruchtbare Kooperationen und Austausch mit deutschen Solarteuren und Wissenschaftlern um den Ausbau in Japan voranzubringen. Die solare Kapazität wuchs – seit 2011 hat sich die installierte Kapazität an Erneuerbaren Energien auf 25 Gigawatt verdreifacht, 80 Prozent davon macht die Solarenergie aus. Doch jetzt werden die Einspeisetarife für neue Solarstromanlagen reduziert. Neu genehmigte Anlagen, die für die Einspeisung in Frage kommen, müssen nun auch in einem festgelegten Zeitraum errichtet werden, ansonsten werde die vorgesehene Subvention gekürzt.

Hintergrund dieser Regelung ist die Beantragung von Anlagen-Projekten, die viel später gebaut werden – damit wollen sich viele Solarstromanbieter hohe Einspeisevergütungen erst mal sichern und dann auf sinkende Preise für Solarmodule warten. Anlagen mit einer Kapazität von mehr als 10 Kilowatt müssen nun nach drei Jahren fertiggestellt sein, kleinere Solaranlagen auf dem Dach nach einem Jahr. Eine solche Fristsetzung ist auch in europäischen Ländern üblich. Der Ausbau Erneuerbarer Energien geht den Japanern wohl auch deshalb zu schnell, da die Infrastruktur zur Einspeisung fehle – das nationale Stromnetz für die hinzukommende Solarenergie ist nicht hinreichend ausgebaut ist.

Seit 2012 haben sich die Strompreise in Japan erhöht, das will die Regierung nun bremsen. Für neu gebaute Anlagen soll es ab August weniger Einspeisevergütung geben. Der Anteil an Solarenergie am gesamten Strommix stieg seit 2012 von einem halben Prozent auf rund 3,5 Prozent, Ziel ist ein Anteil von rund sieben Prozent bis zum Jahr 2030 nach Angaben der japanischen Regierung. Dabei ist die Solarenergie der Hoffnungsträger für die japanische Energiewende, denn Wind, Biomasse und Geothermie kommen kaum voran. Derzeit bezieht Japan etwa 11 Prozent seines Stroms aus regenerativen Quellen. Und die Atomlobby ist nach wie vor stark. na

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