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Myanmar: Ländliche Elektrifizierung mit PV-Mini-Grids

Besonders in seinen ländlichen Regionen lebt die Bevölkerung weitgehend von der Stromversorgung isoliert. (Foto: <a href="https://flic.kr/p/aSiTUt" target="_blank">Waldemar Merger / flickr.com</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/"
Besonders in seinen ländlichen Regionen lebt die Bevölkerung weitgehend von der Stromversorgung isoliert. (Foto: Waldemar Merger / flickr.com, CC BY 2.0)

Bis 2030 will das südostasiatische Land Strom für alle Menschen verfügbar machen. Erreicht werden soll dies auch durch dezentrale Photovoltaikanlagen, sogenannte PV-Mini-Grids. Um das zu finanzieren öffnet sich das Land auch ausländischen Investoren.

13.12.2016 – Lediglich 16 Prozent der Haushalte Myanmars sind derzeit an das Stromnetz angeschlossen – das soll sich ändern. Mit der Hilfe privater Investoren, der Regierung sowie der Weltbank sollen bis 2030 mehr als 7,2 Millionen neue Stromverbindungen im ganzen Land eingerichtet werden um damit jedem Haushalt Zugang zu Elektrizität verschaffen. Die schwache Energieinfrastruktur verursacht vielfältige Probleme, die meisten davon in den ländlichen Regionen.

Bis zu 16 Milliarden Dollar an jährlichen Investitionskosten seien dazu nötig, rechnet das McKinsey Global Institute in einer Analyse für die Asiatische Entwicklungsbank vor. Myanmar hat sich seit 2007 von einer durch Sanktionen abgeschotteten Militärdiktatur schrittweise für die Demokratie geöffnet und bietet heute ein deutlich freundlicheres Klima für ausländische Investoren. Firmen wie der in Laos angesiedelte PV-Dienstleister Sunlabob sind daher in der Lage, sogenannte „Mini-Grids“ in ländlichen Gegenden zu installieren, auch mit der Hilfe ausländischer Finanzspritzen.

Solarenergie für Bildung und Gesundheit

Diese Mini-Grids sollen zusammen mit einzelnen, autarken PV-Anlagen auch die medizinische Versorgung des Landes entlasten. Der japanische Elektronikkonzern Panasonic installierte zu diesem Zweck bereits mehrere, vom restlichen Stromnetz isolierte PV-Stationen. Diese können bspw. in ländlichen Gegenden Kühlschränke betreiben, in denen Gegengift für Schlangenbisse gelagert wird. Mehr als 500 Todesfälle im Jahr verzeichnet das Land dadurch – Solarstrom könnte in solchen Fällen buchstäblich Leben retten.

Auch das Bildungsniveau soll von der neuen Technik profitieren. Studenten und Schüler, die bisher in den Abendstunden auf teure Alternativen wie Kerzenlicht oder Dieselgeneratoren angewiesen waren, werden in der Lage sein, auch noch dann zu lernen, wenn es draußen bereits dunkel ist.

Planbarkeit schwierig

Obwohl die Wirtschaft Myanmars seit einigen Jahren steigende Wachstumsraten verkünden kann, sehen sich viele potenzielle Investoren mit erheblichen Schwierigkeiten bei der Finanzierung und Planbarkeit der Investitionen konfrontiert. Die Firma Myanmar Eco Solutions etwa beklagt im englischen Guardian, dass selbst die verhältnismäßig geringen Kosten Ihrer Solaranlagen von den meisten Menschen nicht aufgebracht werden können. Um die ambitionierten Pläne Realität werden zu lassen, müssen andere Finanzierungsmodelle her. Dann stehen die Chancen gut, auch die restlichen 84 Prozent der Haushalte des Landes ans Netz zu bringen. bm

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