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Dicke Luft in deutschen Städten

Während die Feinstaub- und Ozonbelastungen 2016 deutlich zurückgegangen sind, hat weiterhin Stickstoffdioxid die Luft in deutschen Städten stark belastet. (Foto: <a href="https://www.flickr.com/photos/marfis75/11201668984" target="_blank">Martin Fisch
Während die Feinstaub- und Ozonbelastungen 2016 deutlich zurückgegangen sind, hat weiterhin Stickstoffdioxid die Luft in deutschen Städten stark belastet. (Foto: Martin Fisch / flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Während die Feinstaub- und Ozonbelastungen 2016 deutlich zurückgegangen sind, hat Stickstoffdioxid die Luft in deutschen Städten weiterhin stark belastet. Schuld daran seien nach wie vor in erster Linie alte Diesel-Autos, so das Umweltbundesamt.

02.02.2017 – An etwa 57 Prozent der verkehrsnahen Messstationen wurden im vergangenen Jahr die Stickstoffdioxid-Grenzwerte der EU im Jahresmittel überschritten. Kein guter Wert für ein Land, das sich eigentlich als Energiewende-Vorreiter hervortun möchte. Beim Feinstaub seien dagegen inzwischen deutliche Fortschritte sichtbar, zeigt eine Auswertung vorläufiger Messdaten des Umweltbundesamtes (UBA). 2016 sei sogar das Jahr mit den niedrigsten Belastungen seit 2000 gewesen. Verglichen mit den vergangenen zwanzig Jahren waren auch die Ozonkonzentrationen eher gering.

Daher bleiben für die Luftqualität in Deutschland nach wie vor die hohen Stickstoffdioxid-Werte das Hauptproblem. „Seit Jahrzehnten gefährdet Stickstoffdioxid unsere Gesundheit“, sagte Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA. „Schuld sind in den Städten vor allem alte Diesel-Autos.“ Daher könne es nicht akzeptiert werden, dass Kommunen zurzeit über keine Möglichkeit verfügen, die Diesel-Pkw aus ihren Innenstädten zu verbannen.

Diesel-Autos stoßen am meisten Stickstoffdioxid aus


Quelle: Umweltbundesamt / TREMOD 5.61

Aus der Sicht des UBA könne daher die Einführung der Blauen Plakette einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität in deutschen Städten leisten. „Die Kommunen brauchen eine bundeseinheitliche Regelung, die festlegt, wer die blaue Plakette bekommt und wer nicht“, fordert Krautzberger. Schließlich gehe es dabei um den Schutz der Gesundheit vieler Bürger.

Außerdem wurde im Jahr 2016 die geringste Feinstaubbelastung seit sechzehn Jahren gemessen, was vor allem den Witterungsbedingungen zu verdanken sei. Obwohl der EU-Grenzwert erneut nur in Stuttgart überschritten wurde, zeigt sich das Umweltbundesamt trotzdem besorgt. Schließlich seien die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Grenzwerte, die deutlich unter den europäischen liegen, an 24 Prozent der deutschen Messstationen überschritten worden.

„Bund, Länder und Kommunen müssen und können gemeinsam weitere Anstrengungen unternehmen, um das Gesundheitsrisiko durch Feinstaub zu verringern“, fordert Krautzberger. So sei zukünftig dringend eine Reduzierung von Feinstaubemissionen durch die private Holzfeuerung und in der Landwirtschaft erforderlich.

Da es im vergangenen Jahr keine lang anhaltenden Schönwetterperioden gab, fiel auch die Ozonbildung relativ gering aus. Trotzdem steige mit dem Klimawandel auch das Risiko von einer hohen Ozonkonzentration, warnt das Umweltbundesamt. Das Problem könne jedoch begrenzt werden, indem beispielsweise die Stickstoffdioxid-Emissionen reduziert werden. jk

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