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Klimaschutzerfolge werden schöngerechnet

Laut Europäischer Umweltagentur produzierten die Mitgliedsstaaten der EU im Jahr 2014 insgesamt vier Prozent weniger Treibhausgase als noch im Jahr zuvor. Einer der Hauptgründe waren die warmen Temperaturen, durch die der Heizenergiebedarf sank.

22.10.2015 –Nach den Ergebnissen der Europäischen Umweltagentur www.eea.europa.eu/media/newsreleases/climate-change-eu-shows-leadership erreicht die EU auch ihre Klimaschutzziele bis 2020 mit 20 Prozent weniger Treibhausgasen bis 2020 im Vergleich zu 1990 – bereits jetzt seien es 23 Prozent weniger. Und das trotz eines Wirtschaftswachstums im selben Zeitraum, so die Berechnungen – das zeige doch, dass Wirtschaftswachstum und Klimaschutz Hand in Hand gehen schwärmt der EU-Energiekommissar.

Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass 2014 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Europa war. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz, denn es ist also gerade die globale Erwärmung, die kurzfristig das Einsparen von Heizenergie bedingt hat. Die Statistiken zeigen demnach, dass es vor allem an den Privathaushalten mit Heizungseinsparungen und Wärmesanierungen als auch am Energiesektor mit dem Ausbau Erneuerbarer Energien lag, dass die Treibhausgasemissionen sanken. Denn in der Industrie sind sie im Gegenteil sogar noch angestiegen. Und der Klimawandel bringt zwar zunächst wärmere Temperaturen aber ebenso Hitzewellen, Starkregen, Stürme und Trockenperioden – um das aufzufangen, wird wieder ein verstärkter Energieeinsatz notwendig, etwa für Bewässerung, Klimaanlagen u. ä.

Bei den im Dezember in Paris anstehenden UN-Klimaverhandlungen sollte ein weltweiter Vertrag zustande kommen mit dem Ziel, genau diese globale Erwärmung mit all ihren Folgen zu stoppen. Die Treibhausgas-Emissionen müssten dazu massiv reduziert werden. Doch laut einer Erhebung der OECD werden die Emissionen weltweit viel zu langsam gesenkt.

Nun hat die EU bereits Klimaziele bis 2030 beschlossen, und zwar 40 Prozent weniger Emissionen als 1990. Auch das ist laut OECD zu wenig. Politik und Großindustrie sind sich da aber wohl einig, dass die beunruhigenden Fakten immer noch kein Grund zum Handeln sind um die Ziele deutlich zu erhöhen. NGOs mahnen, sich jetzt nicht auf den vermeintlichen Erfolgen auszuruhen. Der Bericht zeige auch, dass tiefgreifende Veränderungen in der Energiewirtschaft nötig seien. na

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