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Kohlestrom drückt Börsenpreis, EEG-Umlage steigt

Das fordern Bürger seit Jahren, doch Bundewirtschaftsminister Sigmar Gabriel setzt dem Ausbau Erneuerbarer Energien immer weitere Hürden. (Foto: Nicki Allé)
Das fordern Bürger seit Jahren, doch Bundewirtschaftsminister Sigmar Gabriel setzt dem Ausbau Erneuerbarer Energien immer weitere Hürden. (Foto: Nicki Allé)

Die EEG-Umlage wird 2017 um 0,53 Eurocent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde steigen, das hat die Bundesnetzagentur heute bekannt gegeben. Knapp zwei Milliarden Euro Guthaben befinden sich noch auf dem EEG-Umlage-Konto der Übertragungsnetzbetreiber.

14.10.2016 – Die steigende EEG-Umlage hängt vor allem mit den fallenden Strompreisen an der Börse und den vielen von der Umlage befreiten Industrieunternehmen zusammen. Überschüssiger Kohlestrom drängt ins Netz und senkt den Börsenpreis. Die Erhöhung der EEG-Umlage ist vom Ausbau Erneuerbarer Energien längst entkoppelt. „Die steigende Umlage ist die Quittung für die hasenfüßige Energiepolitik von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel“, kommentiert Greenpeace-Energieexperte Niklas Schinerl den Vorgang. „Weil Gabriel sich schützend vor Dutzende von überflüssigen Kohlekraftwerken stellt, drückt das Überangebot an schmutzigem Strom den Börsenstrompreis in den Keller und lässt die EEG-Umlage dadurch steigen. Deutschlands verschleppter Kohleausstieg belastet nicht nur die deutsche Klimabilanz, sondern über die EEG-Umlage auch die Stromrechnung der Haushalte.“

„Die weiter gefallenen Börsenstrompreise sind zwar einerseits eine wesentliche Ursache für den Anstieg der EEG-Umlage“, sagt Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). „Andererseits senken sie im gleichen Zug die Einkaufspreise für die Stromvertriebe. Die gesunkenen Börsenstrompreise sollten an die Stromkunden weitergegeben werden“.

Der BEE hatte jüngst Vorschläge zur Reduzierung der EEG- Umlage gemacht, so etwa die Befreiung der stromintensiven Unternehmen von der Umlage aufzuheben und das über den Bundeshaushalt zu finanzieren. Dadurch könnte die EEG-Umlage um 1,4 Cent pro Kilowattstunde sinken. „Die Subventionierung der stromintensiven Industrie ist nicht Aufgabe der Haushaltsstromkunden und des Mittelstandes; sie sollte deshalb über den Bundesetat finanziert werden“, so Falk.

Betreiber von kleinen Erneuerbaren-Energie-Anlagen mit einer Anlagenleistung über zehn Kilowatt müssen ab kommendem Jahr mehr für den selbst genutzten Strom aufbringen, 40 Prozent der EEG-Umlage werden dann auf jede selbst genutzte Kilowattstunde fällig. Bundeswirtschaftsminister Gabriel hat den Ausbau der Erneuerbaren in den letzten Jahren stark ausgebremst und hatte dabei günstigere Strompreise versprochen. na

Windmüller am 14.10.2016

+218 Gut Antworten

Was in Deutschland abgeht, ist Realsatire. Offshore ( was teuer ist ) soll stärker ausgebaut werden, als nach Fukushima geplant. Windkraft an Land, aber in Küstennähe ,soll hingegen um 50% reduziert werden. Da macht man die Energiewende willentlich teurer als nötig, und weint dann Krokodilstränen, dass die EEG Umlage steigt. Wäre es nicht traurig, man könnte lachen

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