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Ökostrompioniere warnen vor EEG-Reform

In einem Offenen Brief warnen die Ökostrompioniere vor den Folgen der geplanten EEG-Reform der Bundesregierung. (Foto: pixabay.com, CC0 Public Domain)
In einem Offenen Brief warnen die Ökostrompioniere vor den Folgen der geplanten EEG-Reform der Bundesregierung. (Foto: pixabay.com, CC0 Public Domain)

Die vier Ökostrompioniere NATURSTROM, EWS Schönau, Greenpeace Energy und Lichtblick warnen eindringlich vor dem Ausbremsen der Energiewende durch die Bundesregierung. Sie sehen deutliche Fehlentwicklungen im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) 2016.

11.05.2016 – „Die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende wird nach gemeinsamer Einschätzung der unterzeichnenden Unternehmen durch neu einzuführende Regelungen im Entwurf des EEG 2016 in Frage gestellt“, schreiben die Ökoenergieanbieter, die zusammen rund eine Million Haushalte und Gewerbekunden mit sauberer Energie versorgen. Sie verstehen sich auch als Anwalt dieser Kunden, denen die Energiewende ein wichtiges Anliegen ist.

Der Offene Brief richtet sich insbesondere an die Ministerpräsidenten der Länder und die Abgeordneten des Deutschen Bundestags. Vor dem Sondertreffen der Regierungschefs der Länder mit der Bundesregierung am Donnerstag fordern die Ökostrompioniere wichtige Korrekturen in der bevorstehenden Reform des EEG. Sie bemängeln, dass die Klimaschutzziele von Paris einen zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien vorsehen, die Bundesregierung nun mit den EEG-Plänen aber kräftig auf die Bremse tritt.

„Politische Ziele ohne Not über Bord werfen“

Denn mit der massiven Deckelung des Zubaus regenerativer Kraftwerke sind die Ziele zur Emissionsminderung nicht einzuhalten. Deutschlands Klimaziele, bis 2020 mindestens 40 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen als noch 1990, sind in weiter Ferne. „Es ist für uns nicht nachvollziehbar, weshalb die Bundesregierung ohne Not ihre technologische und moralische Vorreiterrolle aufgibt und erklärte politische Ziele über Bord wirft“, heißt es in dem Offenen Brief.

Auch beim Thema Bürgerenergie äußern die vier Pioniere der Ökostromversorgung ihren Unmut. Der ursprüngliche Charakter der Energiewende sei in Gefahr, denn die im EEG 2016 vorgesehene Umstellung auf Ausschreibungsverfahren benachteilige kleine Akteure und Bürgerenergiegesellschaften massiv, während große Investoren profitieren. Zudem kritisieren NATURSTROM, EWS Schönau, Greenpeace Energy und Lichtblick, dass im EEG-Entwurf eine Direktvermarktungsform fehlt, die eine echte Grünstrombelieferung und innovative Eigenversorgungsmodelle wie Mieterstrom ermöglicht.


In der kommenden Woche wird auch der Bundestag erstmals über die EEG-Reform 2016 beraten. cw

Kommentare

Energiewender am 11.05.2016

Bravo, ein sinnvoller Schulterschluss!

 

Leider wurde die falsche Adressatin angeschrieben, Frau Kohle-Kraft regiert bekanntlich das Bundesland NRWE. Hier erwarte ich keine sinnvollen Reaktionen, die Dame hält nicht viel von Klimaschutz. Bezeichnend hat sie den dreckigsten Dienstwagen aller Länderchefs in Deutschland http://www.duh.de/index.php?id=5428 und deckt die RWE-Verbrechen im rheinischen Revier.

 

Zwangsumsiedlungen, Enteignung, Waldzerstörung, überzogene Polizeieinsätze, Legionellenkultivierung (Kraftwerk Weisweiler), Ackerlandvernichtung sind sowas von 80er Jahre, aber leider Tagesprogramm in der Landesregierung des dreckigesten Bundeslandes der Republik.

 

Der Brief ist ein guter Anfang, es müssen m.E. aber Aktionen folgen. Wie wäre es mal mit "Kohleausstieg-selber-machen"?

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