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SPD verwässert ihr Klimaschutz-Programm

Entgegen ihrem ursprünglichen Vorschlag fordert die SPD nun doch keinen Mindestpreis mehr für den Ausstoß des klimaschädlichen CO2.  (Foto: <a href="https://pixabay.com/de/fabrik-rauch-emissionen-road-613319/" target="_blank">digifly840 / pixabay.com<
Entgegen ihrem ursprünglichen Vorschlag fordert die SPD nun doch keinen Mindestpreis mehr für den Ausstoß des klimaschädlichen CO2. (Foto: digifly840 / pixabay.com, CC0 Public Domain)

Entgegen ihrem ursprünglichen Vorschlag fordert die SPD nun doch keinen Mindestpreis mehr für den Ausstoß des klimaschädlichen CO2. Damit entschärft der Parteivorstand die Passagen zum Klimaschutz im Programmentwurf für die Bundestagswahl deutlich.

26.05.2017 – Die SPD fordert im Entwurf ihres Wahlprogramms nun doch keinen nationalen Alleingang zur Durchsetzung eines CO2-Mindestpreises, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Damit ist die Partei von ihrem ursprünglichen Vorstoß abgerückt und will den europäischen Emissionswandel stattdessen auf andere Weise weiterentwickeln. Im Entwurf des Programms gab die SPD bislang noch an, sie wolle „einen CO2-Mindestpreis einführen“.

Die Grünen fordern dabei schon lange die Einführung eines CO2-Mindestpreises, der die fossilen Energien verteuern und eine Energiewende beschleunigen würde. Laut eines entsprechenden Antrags spricht sich die Fraktion für einen CO2-Mindestpreis im europäischen Emissionshandel aus. Zunächst müsse aber ein nationaler Mindestpreis vergeben werden, gegebenenfalls auch in Zusammenarbeit mit anderen Staaten, so die Forderung.

Weiterentwicklung des europäischen Emissionshandel geplant

„Den europäischen Emissionshandel werden wir so weiterentwickeln, dass er seine Funktion als zentrales Klimaschutzinstrument erfüllen kann“, heißt es nun im aktuellen Programm der SPD, der Reuters vorliegt. „Sollte dies nicht zu erreichen sein, werden wir Verhandlungen für die Vereinbarung von CO2-Mindestpreisen auf europäischer Ebene aufnehmen.“ Damit relativiert die Partei ihre ursprünglichen Klimaschutz-Ambitionen stark.

Andere Länder sind im Bereich der CO2-Bepreisung schon deutlich weiter. So hat Großbritannien längst einen Mindestpreis auf die Produktion von Kohlendioxid von umgerechnet knapp 21 Euro pro Tonne erhoben. Dieser muss dabei zusätzlich zu den Kosten gezahlt werden, die sich aus dem europäischen Emissionshandel ergeben. Dadurch soll der gesamte Energiemarkt in Großbritannien bereits vor dem Jahr 2040 komplett ohne CO2-Emissionen auskommen können.

„Wir erwarten von allen Parteien, dass sie in der nächsten Legislaturperiode den Kohleausstieg angehen und in Deutschland einen Mindestpreis auf CO2 einführen“, fordert Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „Das ist der wichtige Schritt hin zu einem EU-weiten CO2-Mindestpreis, der die europäische Wirtschaft modernisieren und die Klimaziele erreichbar machen würde.“ jk

Eitel Heck am 26.05.2017

+127 Gut Antworten

Die Rohstoffkette zum Bau von Windkraft- und Solaranlagen ist mit einer großen Co2-Emmission behaftet.

1.Windkraftanlgen, große Mengen Stahl und Beton für die Windkraftürme,

-große Co2-Emissision neben anderen umweltschädigenden Abgasen bei der Herstellung Roheisen im Hochofen aus Eisenerz, Steinkohlenkoks u.a.Zuschlägen .

-große Co2-Emission bei der Betonherstellung,

5% der weltweiten Co2-Emission wird durch die Betonproduktion verursacht.

2.Rohstoffkette zur Herstellung von Solarmodulen,

-Herstellung von Rohsilizium aus Sand, Steinkohlenkoks u.a. im Hochofen(Lichtbogenofen) bei 1650° Celsius mit CO2-Emission,

-Herstellung von Trichlorsilan aus Rohsilizium und Chlorwasserstoff bei 300° Celsius und Cu als Katalysator,

-fraktionierte Destillation zu Trichlorsilan, spezialrein,

-Umsetzung von Trichlorsilan mit hochreinem Wasserstoff zu polykristallinem Silizium,Chlorwasserstoff als Nebenprodukt,

-Herstellung von monokristallinem Silizium durch Schmelzverfahren und hochfrquenten Wechselstrom,

-Herstellung von Solarzellen in mehreren chemischen Verfahrensstufen, darunter Dotierung mit Phosphin(extrem giftig).

Bei der diffusen Sonneneinstrahlung in Deutschland dauert es mindestens 2,5 Jahre, dass eine Solaranlage die Energie erzeugt, die in der Rohstoffkette eingesetzt wurde.

Insgesamt verursacht die Herstellung von Windkraft- und Solaranlagen in der Rohstoffkette eine erhebliche CO2-Emission.

Wenn die Solarmodule oder der Stahl aus China oder anderen Ländern import werden, dann verlagert man die CO2- Emission

in andere Länder. Es gibt für die CO2-Emission nur die eine Erde.

Allabauer am 28.05.2017

+117 Gut Antworten

Die Auflistung ist gut aber der Vergleich mit Kohle/ Öl/ Gas/ Uran bzw AKW fehlt. Gleichermaßen gilt die Frage: Wie viele CO2-Äquivalente, wie viel Energie sind eingesetzt, wenn Kraftwerk einerseits und Brennstoffe andererseits Strom liefern. Ohne den Vergleich wird suggeriert, jemand hätte behauptet "die neuen Energien seien umsonst und schadstofffrei".

Allabauer am 28.05.2017

+124 Gut Antworten

Die Auflistung ist gut aber der Vergleich mit Kohle/ Öl/ Gas/ Uran bzw AKW fehlt. Gleichermaßen gilt die Frage: Wie viele CO2-Äquivalente, wie viel Energie sind eingesetzt, wenn Kraftwerk einerseits und Brennstoffe andererseits Strom liefern. Ohne den Vergleich wird suggeriert, jemand hätte behauptet "die neuen Energien seien umsonst und schadstofffrei".

Eitel Heck am 31.05.2017

+123 Gut Antworten

zu Allabauer

Jeglischer Energieerzeugung liegen physikalische Vorgänge zugrunde. Es wurde eine physikalische Kenngröße definiert, die Erntefaktor R oder EROI( Energy Returned on Investment) heißt.

R ist gelieferte Energie im Verhältnis zu:,

Bau, Betrieb, Instandhaltung und Außerdienststellung gelieferte Exergie.

Exergie bezeichnet den Anteil einer Energieoption, der in makroskopisch geordnete Energie umgewandelt werden kann.Den Rest, der als Wärme entweicht nennt man Anergie.

Der Erntefaktor vergleicht die Exergie, die ein Kraftwerk über seine gesamte Lebensdauer liefert, mit der, die zu seiner Konstruktion, seinem Betrieb, der Anschaffung von Brennstoff etc. nötig ist.

Erntefaktoren im Vergleich:

-Dual Fluid Kernreaktor als Entwicklungsprojekt: ca.2.000,

-Kernkraftwerke mit Druckwasserreaktoren ca.75,

-Kohlekraftwerke ca.30

-Photovoltaik in Deutschland bei diffuser Sonneneinstrahlung im Zeitmittel von 120/m2: ca.3

In subtropischen und tropischen Ländern mit großer Sonneneinstrahlung ist dieser Wert wesentlich höher.

Bei der Bewertung des Erntefaktors von Photovoltaik in Deutschland geht die Rohstoffkette ein.

-Herstellung von Rohsilizium aus Quarz und Steinkohlenkoks bei 1650° C,

-Herstellung von Trichlorsilan aus Rohsilizium und Chlorwasserstoff,

-fraktioniertre Destillation zu Trichlorsilan, spezialrein,

-Herstellung von polykristallinem Silizium aus Trichlorsilan, spezialrein und hochreinem Wasserstoff,

-Herstellung von monokristallinem Silizium duch Schmelzverfahren bei hochfrequenten Wechselstrom,

-Herstellung der Solarzellen durch mehrere chemische Verfahren, darunter Negativdotierung mit Phosphin und Positivdotierung mit Diboran.

Die Effizienz einer erneuerbaren Energie und damit den Erntefaktor erkennt man nur, wenn die realisierte Energieerzeugung mit den Aufwendungen bei der Realisierung der erneuerbaren Energieanlage( Energie, Investionsaufwendungen usw) ins Verhältnis setzt.

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