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Umweltrat fordert Kohleausstieg binnen 20 Jahren

Zur Erreichung der nationalen sowie internationalen Klimaziele muss nun unverzüglich der endgültige Ausstieg aus der Kohleverstromung eingeleitet werden. (Foto: <a href="https://pixabay.com/de/kraftwerk-industrie-schornstein-2411932/" target="_blank">Benita5 / pixabay.com</a>, CC0 Creative Commons)
Zur Erreichung der nationalen sowie internationalen Klimaziele muss nun unverzüglich der endgültige Ausstieg aus der Kohleverstromung eingeleitet werden. (Foto: Benita5 / pixabay.com, CC0 Creative Commons)

In der bevorstehenden Legislaturperiode muss unverzüglich der vollständige Ausstieg aus der Kohleverstromung eingeleitet werden, fordert der Sachverständigenrat für Umweltfragen. In spätestens 20 Jahren soll dann das letzte Kraftwerk vom Netz gehen.

05.10.2017 – Die kommende Bundesregierung muss schnellstmöglich den endgültigen Kohleausstieg einleiten, fordert der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) in einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme. Die nächste Legislaturperiode biete noch einmal die Chance, eine Umsetzung der Pariser Klimaschutzziele einzuleiten. Dafür sei es jedoch zwingend erforderlich, dass zunächst bis 2020 die besonders emissionsintensiven, älteren Kraftwerke vom Netz genommen werden. Dadurch könne man die Versorgungssicherheit durch modernere Anlagen auch weiterhin gewährleisten.

„Deutschland muss die Stromerzeugung aus Kohle schnellstens reduzieren und mittelfristig beenden, sonst sind die Klimaziele in Deutschland nicht zu erreichen“, sagt Claudia Kemfert. „Der strukturverträgliche Kohleausstieg sollte daher unverzüglich eingeleitet werden“ und das letzte Kraftwerk „in spätestens 20 Jahren vom Netz gehen.“

CO2-Budget festlegen

Als Grundlage für den endgültigen Kohleausstieg schlägt der Umweltrat ein Budget der Gesamtmenge an Treibhausgasen vor, die von Kohlekraftwerken in Deutschland noch ausgestoßen werden dürfen. Dieser Wert sollte demnach gesetzlich vorgeschrieben werden. Dabei dürfe das verbleibende Emissionsbudget für die Kohleverstromung von 2.000 Megatonnen CO2 nicht überschreiten.

Der Ausstieg aus der Kohle wird in dem Gutachten des SRU in drei Phasen unterteilt. Nachdem bis 2020 die emissionsintensivsten Kraftwerke vom Netz genommen wurden, sollen die modernen Anlagen mit geringerer Auslastung noch bis 2030 weiterlaufen dürfen. In den 2030er Jahren sollen sie dann aber nach und nach stillgelegt werden. Dafür muss die Bundesregierung nun so schnell wie möglich einen genauen Fahrplan festlegen.

Klimaziele nur noch mit Kohleausstieg erreichbar

Rückenwind erhält der Umweltrat auch vom WWF. Dieser hatte bereits eine Studie veröffentlich, die zu ähnlichen Ergebnissen und Empfehlungen gekommen war. „In der nächsten Legislaturperiode wird sich entscheiden, ob Deutschland Energiewendechampion sein oder Kohleweltmeister bleiben möchte, beides zusammen geht nicht“, sagt Michael Schäfer, Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland. „Angela Merkel hat versprochen, das Klimaziel 2020 noch zu erreichen: Dieses Versprechen kann sie nur mit einem schnellen Einstieg in den Kohlausstieg halten.“

Um einen schnellen und dennoch sozial- und umweltverträglichen Kohleausstieg zu erreichen, müssen Klimaschutz sowie die Gestaltung des Strukturwandels Hand in Hand gehen. Dafür bietet ein langfristig angelegter und strukturierter Ausstiegspfad den Betroffenen ausreichend Planungssicherheit, bei der auch eine möglichst gerechte Lastenverteilung vorgenommen wird. Der SRU schlägt deshalb den Einsatz einer Kommission vor, die den Ausstiegspfad und dessen strukturpolitische Begleitung gemeinsam mit den betroffenen Regionen, Unternehmen, Gewerkschaften und Umweltverbänden berät. jk

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