Menü öffnen

Diskussion um KohleausstiegEmissionen sind entscheidend, nicht das Datum

Ein verbleibendes Emissionsbudget statt eines starren Datums für den Kohleausstieg fordern Umweltschützer und Wissenschaftler
Der Sachverständigenrat für Umweltfragen stellt klar: Die Bundesregierung muss ein CO2-Emissionsbudget für die verbleibende Kohleverstromung in einem Kohleausstiegsgesetz festlegen. (Foto: Nik Shuliahin on Unsplash)

Im Ringen um den Kohleausstieg steht ein festes Ausstiegsdatum im Mittelpunkt. Entscheidend für den Klimaschutz ist aber etwas anderes: Das Emissionsbudget. Bis zum endgültigen Kohleausstieg dürfen nur noch 1.500 Megatonnen CO2 emittiert werden.

19.09.2018 – „Wir reden nicht über abstrakte Zieldaten, sondern über reale Emissionsbudgets“, machten die Umweltverbände in der Kohlekommission vor dem Treffen am gestrigen Dienstag klar. Sie stünden für einen wissenschaftsbasierten Klimaschutz und dieser schreibe nun mal die Halbierung der deutschen Kohleverstromung bis 2020 vor und einen weitestgehend abgeschlossenen Kohleausstieg bis 2030.

Zustimmung vom Sachverständigenrat für Umweltfragen

Unterstützung kommt aus der zitierten Wissenschaft. „Damit Deutschland einen angemessenen Beitrag zu den globalen Klimazielen leisten kann, dürften die Gesamtemissionen der Kohleverstromung in Deutschland ab dem Jahr 2017 bis zum endgültigen Ausstieg 1.500 Megatonnen CO2 nicht überschreiten.“ Die Gesamtemissionen der Kohleverstromung dürfen 1.500 Megatonnen CO2 nicht überschreiten.Das erklärte Professor Wolfgang Lucht vom renommierten Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Mitglied des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU). Seit 1972 berät das Gremium aus sieben wechselnden Professoren die Bundesregierung in Fragen der Umweltpolitik.

Am gestrigen Dienstag trug Lucht seine Erkenntnisse den Mitgliedern der Kohlekommission in Berlin vor. In einer vorab veröffentlichten Stellungnahme des SRU erklärte er, dass das aktuelle Klimaschutzziel der Bundesregierung für den Energiesektor nicht ausreiche. „Es könnte – je nach Ausgestaltung – zu Kohleemissionen von insgesamt mehr als 2.500 Megatonnen CO2 führen.“ Deutlich zu viel, um den weltweiten Temperaturanstieg unter zwei Grad zu halten.

Kohleausstieg binnen 20 Jahren

Entscheidend sei, die ältesten und ineffizientesten Kohlekraftwerke zügig vom Markt zu nehmen, erklärte Lucht. Somit könnten die moderneren und weniger schmutzigen Anlagen länger laufen, das würde Kosten senken und die Versorgungssicherheit erhöhen. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Beratergremium CO2-Emissionsbudget für die verbleibende Kohleverstromung in einem Kohleausstiegsgesetz festlegen.einen vollständigen Kohleausstieg binnen 20 Jahren gefordert und detaillierte Vorschläge vorgelegt.

Der SRU hatte der Bundesregierung damals empfohlen, ein CO2-Emissionsbudget für die verbleibende Kohleverstromung in einem Kohleausstiegsgesetz festzulegen – vergleichbar mit dem Atomkonsens aus dem Jahr 2000. Ein solch klarer Fahrplan sorge für Planungssicherheit für Betreiber von Kohlekraftwerken und Betroffenen. cw


Mehr zum Thema


Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben


Name: *
E-Mail: *
(wird nicht veröffentlicht)
Nicht ausfüllen!


Kommentar: *

(wird nicht veröffentlicht)
max 2.000 Zeichen



energiezukunft