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Bundestagswahl 2021Impulse für einen Kurswechsel

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Die Klimaschutzziele sind klar, der Weg dorthin ist anspruchsvoll. Ein Kurswechsel in vielen Lebensbereichen steht an. (Foto: Niko_Shogol auf Pixabay)

Klimagerecht und ressourcenleicht – um diesen Visionen näher zu kommen, richtet sich das Wuppertal Institut mit einem Impulspapier an die zukünftige Bundesregierung. Wie der anstehende Kurswechsel gelingen kann.

01.06.2021 – An die Adresse der neuen Bundesregierung richten sich schon jetzt zahlreiche Empfehlungen und Ideen für mehr Klimaschutz. Die Hoffnungen sind groß, dass endlich mehr und wirksamere Maßnahmen ergriffen werden. In der jetzigen Legislatur ging fast allen Energiewende-Akteuren vieles viel zu langsam, waren die beschlossenen Schritte zu kurz gedacht oder mit zu vielen bürokratischen Hemmnissen belastet. Ein visionärer und zugleich glaubhafter großer Bogen fehlte.

Jetzt hat sich das Wuppertal-Institut zu Wort gemeldet: Die Wissenschaftler zeigen, mit welchen Maßnahmen eine Transformation in eine klimafreundliche und ressourcenleichte Zukunft gelingen kann. Als Jahrhundertaufgabe bezeichnet der wissenschaftliche Geschäftsführer des Instituts Manfred Fischedick dieses Vorhaben, denn die nächste Bundesregierung muss den Klimaschutz konkret umsetzen und dabei vor allem auf soziale Gerechtigkeit und Möglichkeiten zur Teilhabe achten.

In den Empfehlungen der Wissenschaftler geht es nicht nur um die Energiewende, auch Ressourcen, Ernährung, Städte, Verkehr, Industrie und unser Konsumverhalten stehen vor Veränderungen, für die die Politik Vorgaben liefern muss. Auch wenn eine zukünftige Regierung diese Empfehlungen nicht 1:1 umsetzt, so stecken in dem weitgefassten Gedankengebäude doch viele Impulse.

Energie, Ressourcen, Ernährung, Konsum

Die Wissenschaftler des Wuppertal Instituts erachten doppelte Geschwindigkeit beim Ausbau Erneuerbarer Energien für notwendig. Weil die Erzeugungsseite nur eine Seite der Medaille ist, gilt diese Forderung auch für die intelligente Integration von flexiblen Verbrauchern und Speichern, den Ausbau der Infrastruktur für Wasserstoff und ein deutliches Vorziehen des Kohleausstiegs. Ein Sofortprogramm zur Gebäudesanierung nimmt den Energiebedarf von Gebäuden in den Blick.

Ein anderer Blick auf Ressourcen und ihre Verwendung ist unter der Ressourcenwende beschrieben. Der Übergang von der Einwegverwendung von Ressourcen hin zu einer klimaneutralen zirkulären Materialwirtschaft ist die Vision. Dafür werden klare Nachhaltigkeitsstandards gebraucht, recyclingfähige Produkte, die zudem weniger Ressourcen verbrauchen und ein besseres Management von Abfallströmen.

Bei der Ernährungswende legen die Autoren den Fokus auf die konsequente Unterstützung einer nachhaltigen Außer-Haus-Verpflegung und des Einzelhandels sowie den Übergang zu einer ökologischen Agrarwirtschaft. Neben der Sensibilisierung der Menschen für dieses Thema soll eine klimaverträglichere Ernährung mit weniger Fleisch unter anderem durch eine Förderung von Fleischersatzprodukten unterstützt werden.

Städte und Gemeinden sind die Orte, an denen mehrere Wenden aufeinandertreffen: Der öffentliche Verkehr und Radwege – auch in Kleinstädten – müssen schnell und deutlich ausgebaut werden. Statt Flächen zu versiegeln sollten Grünflächen geschützt und die Mehrfachnutzung von Gebäuden erleichtert werden. In einem schärferen Gebäudeenergiegesetz sollten Bestandsgebäude Vorrang vor Neubauten haben.

Kürzere Wege, schnellerer Umstieg auf Elektromobilität, attraktive Alternativen zu Auto und LKW sind Teile der Verkehrswende. Die zukünftige Bundesregierung soll außerdem öffentliche und private Mobilitätsangebote für alle Menschen nutzbar gestalten.

Für die Energieversorgung der Industrie müssen Angebote und Infrastrukturen ausgebaut sowie die internationale Vernetzung vorangetrieben werden. Die Politik muss den Unternehmen helfen, klimaverträgliche Produktionsprozesse unter globalen Wettbewerbsbedingungen umzusetzen.

Der Kurswechsel hin zu einer klimagerechten Gesellschaft brauche auch eine Konsumwende, so die Forscher. Experimentierräume für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sind ein Vorschlag, aber auch umfassende Information und ein digitaler Produktpass. pf


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