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Engpässe bei der StromversorgungSpanien beschließt Abschaffung der Sonnensteuer

Photovoltaik-Anlage in Spanien
Photovoltaik-Anlage in Cariñena, Zaragoza (Spanien). (Foto: Diego Delso / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Zur Unterstützung des Photovoltaik-Eigenverbrauchs schafft Spanien seine umstrittene Sonnensteuer ab. Das hat kürzlich das Kabinett in Madrid entschieden. Außerdem sollen Ausbauziele für Erneuerbare eingehalten und die E-Mobilität angekurbelt werden.

15.10.2018 – Mit einem umfangreichen energiepolitischen Maßnahmenpaket will die spanische Regierung die Energiewende ankurbeln und weiteren Engpässen bei der Stromversorgung vorbeugen. Dafür soll zukünftig unter anderem der Eigenverbrauch von Solarstrom gefördert statt ausgebremst werden, indem die viel kritisierte Sonnensteuer abgeschafft wird. Damit räumt die Regierung eine erst vor wenigen Jahren beschlossene Absurdität der spanischen Energiepolitik aus dem Weg. Seit 2015 mussten Haushalte auf ihren selbstproduzierten Sonnenstrom Steuern zahlen. Versäumten sie jedoch die Anmeldung ihrer Photovoltaikanlage, drohten äußerst strenge Strafen.

Immer größere Engpässe bei der Stromversorgung und daraus resultierende stark gestiegene Strompreise setzten die Regierung jedoch immer mehr unter Druck. Dieses Problem soll deshalb unter anderem durch die Unterstützung des PV-Eigenverbrauchs in den kommenden Jahren zunehmend reduziert werden.

Recht auf Eigenverbrauch wird gestärkt, Gebühren entfallen

So werden die bürokratischen Hürden reduziert, um Generatoren bis zu einer Leistung von 100 Kilowatt für den Eigenverbrauch zu registrieren. Für gemeinschaftliche Erneuerbare-Energien-Projekte wird außerdem das Recht auf Eigenverbrauch gestärkt. Sämtliche bisher fällige Gebühren für die selbstverwendete Energie sollen demnach wegfallen.

Seit ihrem Start wurde die Sonnensteuer unter anderem von der spanischen Umweltorganisation Greenpeace scharf kritisiert. Denn spanische Haushalte hätten seit 2015 nicht nur unter den weltweit strengsten Regeln für PV-Eigenverbrauch leiden müssen, sondern auch unter extrem hohen Stromkosten. Hingegen hätten die großen Energieunternehmen ihre Gewinne verdoppelt, vermeldete Greenpeace am vergangenen Mittwoch.

Spanien besonders stark vom Klimawandel betroffen

Es sei deshalb ein notwendiger und wichtiger Schritt gewesen, dass die Sonnensteuer beseitigt und Eigenverbrauch zukünftig ohne zusätzliche Steuerbelastungen möglich wird. Trotzdem sei Spanien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern schon jetzt besonders stark vom Klimawandel betroffen, was die Dringlichkeit einer schnellen Energiewende verdeutliche. Die Förderung des Eigenverbrauchs könne über 1,7 Milliarden Euro an Einsparungen für die spanischen Energieverbraucher ermöglichen, ergab eine Studie der Umweltorganisation.

Allerdings lässt Spaniens Regierung es nicht nur bei der Abschaffung der Sonnensteuer bewenden. Zusätzlich sollen Haushalte mit Kindern von den hohen Strompreisen entlastet werden, indem es einen sozialen Zuschuss für Familien gibt. Ebenfalls soll der Verbraucherschutz im Stromsektor gestärkt und die Ausbauziele für Erneuerbare Energien erfüllt werden. Fortschritte will Spanien auch beim Thema der Elektromobilität machen. So sollen nicht nur vermehrt Elektrofahrzeuge eingeführt, sondern auch die Ladeinfrastruktur verbessert werden. jk


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