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Bei Hendricks gibt’s kein Fleisch mehr

So könnte in Zukunft ein Gericht aussehen, welches auf einer Veranstaltung des Bundesumweltministeriums serviert wird. Ganz ohne Fleisch oder Fisch. (Foto: <a href=" https://flic.kr/p/QZ527Z" target="_blank">Marco Verch / flickr.com</a>, <a href=" https:
So könnte in Zukunft ein Gericht aussehen, welches auf einer Veranstaltung des Bundesumweltministeriums serviert wird. Ganz ohne Fleisch oder Fisch. (Foto: Marco Verch / flickr.com, CC BY 2.0)

Im Bundesumweltministerium werden zukünftig bei Veranstaltungen nur noch vegetarische Gerichte auf der Speisekarte stehen, das hat Ministerin Barbara Hendricks jüngst entschieden. Man wolle „glaubwürdig und vorbildhaft“ sein, so das Ministerium.

21.02.2016 – Der kühne Vorstoß von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), auf Veranstaltungen ihres Ministeriums Fleisch- und Fischprodukte von den Speisekarten zu bannen um damit die gesellschaftliche Verantwortung ihrer Behörde zum Klimaschutz zu stärken, hat bereits heftige Debatten ausgelöst. Hendricks‘ Plan wurde durch eine E-Mail an die Abteilungsleiter des Ministeriums bekannt, aus welcher die „Bild“ zitierte.

Dass Fleischkonsum klimaschädlich ist, wissen Forscher bereits seit vielen Jahren. Verschiedene Studien schätzen, dass rund zehn bis 51 Prozent der menschengemachten klimaschädlichen Gase durch die Produktion von Schnitzeln, Würstchen und Steaks verursacht wird. Das entspricht rund 800 Kilogramm an CO2-Äquivalenten pro Jahr für jeden einzelnen Deutschen, oder rund sieben Prozent der jährlich hierzulande verursachten Emissionen.

Widerstand bei den Kollegen

Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) zeigte sich ungehalten ob der neuen Richtlinie seiner Kabinettskollegin. Er sagte der „Bild“: „Mit mir gibt es keinen Veggie-Day durch die Hintertür, statt auf Bevormundung und Ideologie setze ich bei Ernährung auf Vielfalt und Wahlfreiheit.“ Michael Schroeren, Sprecher des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit betonte, die Kantinen der Behörde werden auch weiterhin fleischliche Alternativen neben vegetarischen Gerichten anbieten. Auch werde es zu passenden Anlässen beispielsweise Wildfleisch geben, etwa bei der Feier des Naturschutzprojekts „Nationales Naturerbe in der Wahner Heide bei Köln“, an welcher das Ministerium teilnimmt.

Idee erfährt Ablehnung

Die prompte Kritik zeigt, wie sensibel und emotional aufgeladen das Thema Ernährungssouveränität in Deutschland ist, nur selten wird hierzulande derartig kontrovers diskutiert, wie beispielsweise die Debatte um den von den Grünen vorgeschlagenen „Veggie-Day“ 2013 zeigt. Auch eine nicht repräsentative Leserabstimmung von Spiegel Online zu dem Thema zeigt, dass viele Menschen ein Problem damit haben, wenn Behörden Ernährungspolitik machen. Mehr als 20 Prozent der Teilnehmer empfinden die Maßnahme Hendricks als staatliche Bevormundung. bm

Energiewender am 21.02.2017

+135 Gut Antworten

Daumen hoch für diese tolle Maßnahme! Das würde auch Naturstrom gut stehen...

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