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Umweltministerium macht Klimaschutz-Barcamp

Insgesamt neun Session-Beiträge, eine Podiumsdiskussion und Gruppenarbeit gab es beim ersten #ziek-Barcamp des BMUB in Berlin. (Foto: BMUB / Björn Bernat)
Insgesamt neun Session-Beiträge, eine Podiumsdiskussion und Gruppenarbeit gab es beim ersten #ziek-Barcamp des BMUB in Berlin. (Foto: BMUB / Björn Bernat)

Auf dem #ziek-Barcamp des Bundesumweltministeriums diskutierten am Mittwoch in Berlin NGOs, Blogger, Journalisten, Klimaaktivisten und Mitarbeiter des Ministeriums über Online-Strategien und Tools für eine erfolgreiche Klimaschutz-Kommunikation.

15.10.2015 – Auch Umweltministerin Barbara Hendricks debattierte am Nachmittag im Rahmen einer Podiumsdiskussion. Ohne gute Kommunikation auch im Internet gehe Klimaschutz nicht, so die Ministerin. Der regelmäßige Austausch mit der Netzgemeinde solle fortgesetzt werden. Das dies zwingend nötig ist, war beim ersten Barcamp der Klimaschutzkampagne „zusammen ist es klimaschutz“, kurz #ziek, zu sehen. Das Bundesumweltministerium (BMUB) sei wohl das erste Ministerium in Deutschland, das dieses offene Workshop-Format durchführe, erklärte Pressesprecher Michael Schroeren zu Beginn. Es war ein zaghafter Anfang, was sich vor allem an der Teilnehmerzahl festmachen ließ, obwohl durchaus spannende Projekte und Themen zur Sprache kamen.

„Basteln statt reden – Innovationscamp POC21“ hieß eine der interessanten Session-Beiträge. Dabei ging es um das Innovationscamp POC21, das zwischen Mitte August und Mitte September auf Schloss Millemont bei Paris in Vorbereitung der internationalen Klimakonferenz COP21 im Dezember in Paris alternative und klimafreundliche Möglichkeiten aufzeigte. Insgesamt 300 Teilnehmer, zumeist Produktdesigner, Sozialunternehmer und andere, entwickelten nachhaltige, schnell und dezentral herzustellende Prototypen, die ökologischer und langlebiger sind als konventionelle Konsumgüter. Alle Baupläne und Ideen tragen dabei den Open-Source-Gedanken und sollen jedem Menschen zugänglich sein. Die Macher wollen weg von einer Konsumgesellschaft ohne Rücksicht auf die sozialen und ökologischen Auswirkungen und hin zu einem bewussten, rücksichtsvollen und klimaschonenden Umgang mit unseren Ressourcen. Dass dieses konkrete Handeln statt reden möglich ist, bewiesen sie eindrucksvoll und überzeugten die europäische Presse und viele interessierte Bürger mit einer Ausstellung vor Ort.

Zielgruppengerechte Klimaschutz-Kommunikation

In eine ähnliche Konsum-Kerbe schlugen die Workshops „Lebensqualität und Klimaschutz“ und „Was kann der Verbraucher wirklich tun?“. Insgesamt ging es den Barcamp-Teilnehmern um konkrete Ideen, Strategien und Werkzeuge für mehr Klimaschutz und Möglichkeiten der (Online-)Kommunikation. Der Beitrag „Raus aus der Klimaschutz-Clique“ warf dann auch eine wichtige Frage auf: Wie erreichen die Klimaschutz-Beauftragen, die Klima-Aktivisten und Kommunikatoren verschiedene Zielgruppen, die für einen bewussten Umgang mit den Ressourcen unserer Erde erst noch sensibilisiert werden müssen? Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online konzentrierte sich bei der Beantwortung dieser Frage auf die technische Komponente und stellte ihr Wissen zum Thema „Klimaschutz und Suchmaschinenoptimierung von Webseiten“ den Teilnehmern zur Verfügung.

Für einen ersten Versuch des BMUB, mit den vornehmlich Online-Kommunikatoren im Bereich Klimaschutz in Dialog und Austausch zu treten, Wissen auszutauschen und gemeinsam Strategien zu entwickeln, war das #ziek-Barcamp ein guter Start. Aber es ist noch viel und kontinuierliche Arbeit notwendig, um die Online-Kommunikation für den Klimaschutz voranzubringen. Insgesamt waren sich alle einig: Klimaschutz braucht viel und vor allem zielgruppengerechte Kommunikation. cw

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