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Mehr grüne Produkte, aber kein sichtbarer Klimaschutzeffekt

Mehr grüne Produkte im Regal machen noch keine CO2-Reduktion. (Foto: Nicole Allé)
Mehr grüne Produkte im Regal machen noch keine CO2-Reduktion. (Foto: Nicole Allé)

Der Umsatz mit umweltfreundlichen Produkten in den Bereichen Wohnen, Mobilität und Ernährung ist laut einer Studie des UBA 2015 um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen – doch die CO2-Emissionen im Konsumsektor haben sich kaum verändert.

16.12.2017 – Mit unserem Konsumverhalten beeinflussen wir Umwelt und Klima. Wohnen mit Heizen und Stromverbrauch, Mobilität und Ernährung sind für 80 Prozent der CO2-Emissionen des privaten Konsums in Deutschland verantwortlich. Weniger konsumieren, weniger elektronische Medien und Geräte nutzen, Fleischverzicht und öfter radeln statt Auto fahren gehören ohne Frage zu den effektivsten Methoden, um die Schadstoffemissionen zu mindern und das Klima zu schützen. Und natürlich auch beim Konsum auf möglichst umweltfreundliche Produkte zu setzen.

Dieser Trend nimmt auch zu, doch trotz Zuwachs bei grünen Produkten sinken die Umweltbelastungen nicht. Das hat laut Umweltbundesamt (UBA) verschiedene Gründe: Die Emissionen im Bereich Mobilität sind wegen stark steigenden Emissionen beim Luftverkehr und kaum abnehmender Emissionen bei der Automobilität leicht um 0,4 Prozent gestiegen. Im Bereich Ernährung sind die Emissionen – vor allem aufgrund des hohen Fleischkonsums – mit rund neun Prozent sogar deutlich gestiegen. Die CO2-Emissionen im Bereich Wohnen seien dank energetischer Sanierungen immerhin um rund zehn Prozent in den letzten zehn Jahren gesunken. Gleichzeitig tragen jedoch das Wachstum der durchschnittlichen Wohnfläche ebenso wie die zunehmende Geräteausstattung insbesondere im Bereich Informations- und Telekommunikationstechnik wiederum zu steigenden Umweltbelastungen bei.

Laut der aktuellen Studie des Umweltbundesamtes (UBA) Grüne Produkte in Deutschland 2017 – Marktbeobachtungen für die Umweltpolitik sind die CO2-Emissionen im Konsumbereich von 7,9 Tonnen pro Person und Jahr im Jahr 2005 lediglich um ein Prozent auf 7,8 Tonnen im Jahr 2014 gesunken. „Die Richtung stimmt“, sagt UBA-Präsidentin Maria Krautzberger, aber der Umsatz mit umweltfreundlichen Produkten wachse noch zu langsam. „Dies liegt vor allem daran, dass die Preise für Produkte nicht die realen Kosten für die Umwelt widerspiegeln. Unser Konsum trägt ganz wesentlich zu Umweltbelastungen bei, daher sollten die Umweltkosten eingepreist werden.“

Die Studie untersucht den Umsatz grüner Produkte in den Konsumbereichen Wohnen (Heizen und Strom), Mobilität und Ernährung insbesondere auch anhand der Marktentwicklung von Umweltsiegeln. Erstmalig wurden dabei die Marktentwicklungen der Umweltlabel Blauer Engel (Papier), EU Ecolabel (Hygieneartikel), FSC und PEFC (Holz) sowie GOTS (Textilien) untersucht. Umweltsiegel sind der Studie zufolge vor allem dann erfolgreich, wenn mit den grünen Produkten auch Geld gespart werden kann und wenn der Staat die Label durch Gesetze fördert. Ein Beispiel hierfür sei das erfolgreiche EU-Energielabel: Mit energieeffizienten Geräten ließen sich Stromkosten sparen, zudem sei das Label nicht freiwillig, sondern Pflicht. na

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