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Tag der biologischen VielfaltDeutschlands Natur ist in einem schlechten Zustand

Stark bedroht durch die intensive Landwirtschaft in Deutschland: die Libelle (Foto: Krzysztof Niewolny on Unsplash)

Heute ist Internationaler Tag der biologischen Vielfalt. In Deutschland sind ein Drittel aller Arten in einem schlechten Zustand, wie ein Bericht zur Lage der Natur zeigt. Vor allem in der Agrarlandschaft geht es der Natur besorgniserregend schlecht.

22.05.2020 – Seit 2001 gilt der 22. Mai als Internationaler Tag der biologischen Vielfalt. Feierlich wird damit an das Jahr 1992 erinnert, in dem an diesem Tag der Text des Übereinkommens über die biologische Vielfalt offiziell verabschiedet wurde. Grund zum Feiern gibt es in Deutschland allerdings nicht, die Natur ist in einer immer schlechteren Verfassung.

Vor allem in der Agrarlandschaft sei der Zustand der Natur überwiegend schlecht, wie aus dem Bericht zur Lage der Natur hervorgeht. In Dörfern und Städten gebe es dagegen erste Lichtblicke und in Wäldern sogar positive Entwicklungen.

Ein Drittel der Arten ist stark bedroht

Nur etwa ein Viertel der untersuchten Arten sind in einem günstigen Erhaltungszustand, darunter zum Beispiel der Seehund und die Kegelrobbe in der Nordsee oder der Steinbock in den Alpen. Als unzureichend wird der Zustand von knapp einem Drittel aller Arten bezeichnet, ein weiteres Drittel ist sogar in einem schlechten Erhaltungszustand. Hiervon betroffen sind vor allem Schmetterlinge, Käfer und Libellen.

Ein großes Problem: Die Landwirtschaft setzt hierzulande noch immer zu viel auf Dünger und Pestizide, riesige Monokulturen reihen sich aneinander – Tieren fehlen wichtige Lebensräume. Vor allem Schmetterlinge und andere Insektenarten, die auf blütenreiche Wiesen und Weiden angewiesen sind, geht es besorgniserregend schlecht. Speziell diese wichtigen Ökosysteme gibt es aufgrund der intensiven Landwirtschaft immer seltener.

„Artenreiche Wiesen und Weiden verzeichnen sowohl in der Fläche als auch in ihrer Artenvielfalt starke Rückgänge.“ Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz

Deutschlands Lebensräume schwinden

In einem günstigen Zustand sind etwa 30 Prozent der Lebensräume in Deutschland, wie zum Beispiel unterschiedliche Wälder, alpine Heiden und Gebüsche sowie Fels-Lebensräume. Ein Drittel weisen hingegen einen unzureichenden Zustand auf, 37 Prozent der untersuchten Lebensräume sogar einen schlechten. Beispiele hierfür sind in erster Linie die landwirtschaftlich genutzten Grünland-Flächen, aber auch Seen und Moore.

„Starke Verluste sehen wir auch bei vielen Vogelarten der Agrarlandschaft wie Kiebitz und Rebhuhn.“ Svenja Schulze, Bundesumweltministerin

Vorgestellt haben Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz Beate Jessel den Bericht zur Lage der Natur am Dienstag in Berlin. Er basiert auf Daten, die nur alle sechs Jahre erhoben werden. Insgesamt wurden im Zeitraum von 2013 bis 2018 stolze 14.000 Stichproben genommen – von den Sandbänken der Nordsee bis hin zu Wäldern in den Alpen. Beobachtungen aus einem bundesweiten Vogelmonitoring sind ebenfalls mit eingeflossen.

Generalinventur zeigt sehr gemischtes Bild

Insgesamt zeige diese „Generalinventur“ unserer biologischen Vielfalt in Deutschland ein sehr gemischtes Bild, so Schulze. Immerhin gehe es vielen Buchenwäldern gut und die Renaturierung von Flüssen und Auen trage zur Erholung der Natur bei. Außerdem gebe es in den Wäldern und Siedlungen wieder mehr Vögel.

Dagegen befinden sich mehr als die Hälfte aller deutschen Flora-Fauna-Habitat-Lebensräume in einem ungünstig-schlechten Zustand. Das muss sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene verbessert werden. Denn: Der Schutz und Erhalt von Arten und Lebensräumen kann ein Teil der Lösung für viele unterschiedliche Zukunftsaufgaben sein. „Renaturierte Feuchtgebiete, intakte Moore und nachhaltig genutzte Wälder können entscheidend zu Klimaschutz und Klimaanpassung beitragen“, so Jessel. jk


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