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Rauch über dem EmslandMoorbrand setzt 500.000 Tonnen CO2 frei

Moorbrand Osterkoog bei Norderstapel im Jahr 2007
Moorbrand Osterkoog bei Norderstapel im Jahr 2007 (Foto: Charlez k / commons.wikimedia.org, CC-BY-SA-2.0-DE)

Schadensbegrenzung ist das einzige, was beim Moorbrand im Emsland nun noch zählt. Schon jetzt sind die Auswirkungen für Umwelt und Klima verheerend. Riesige Mengen Treibhausgase wurden freigesetzt und zahlreiche Tiere sind verendet.

25.09.2018 – Seit mehr als drei Wochen kämpfen Einsatzkräfte auf einem Bundeswehrgelände im Emsland gegen einen verheerenden Moorbrand. Und noch immer ist kein Ende der Löscharbeiten in Sicht. Am Freitag hat der Landkreis die Situation zum Katastrophenfall erklärt, am Sonntag waren mehr als 1.300 Einsatzkräfte vor Ort. Inzwischen brennt es auf über acht Quadratkilometern. Auch wenn der Regen der vergangenen Tage für etwas Entspannung  gesorgt hat, schwelt der Brand in dem geschützten Gebiet noch immer.

Entstanden ist das fast 4.000 Hektar große Schutzgebiet durch die Zusammenlegung der beiden schon länger bestehen Naturschutzgebiete „Tinner und Staverner Dose“ sowie „Sprakeler Heide“. Den größten Teil davon nimmt die „Tinner Dose“ ein, die aus einem fast baumfreien Hochmoorbereich sowie landwirtschaftlich genutzten Moorrandbereichen besteht. Es handelt sich um das einzige große Hochmoor in West-Niedersachsen, das aufgrund seiner langjährigen militärischen Nutzung nicht industriell abgetorft wurde.

Mehr als 500.000 Tonnen CO2 freigesetzt

Durch den Brand seien nun allerdings bereits mehr als 500.000 Tonnen CO2 in die Atmosphäre gelangt, so vorsichtige erste Berechnungen des Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU). Zum Vergleich: In Deutschland liegt der durchschnittliche CO2-Ausstoß eines Menschens bei rund zehn Tonnen im Jahr. Eine Flugreise von Berlin nach New York verursacht immerhin knapp vier Tonnen CO2-Äquivalent. Da der Moorbrand jedoch weiterhin schwelt, gelangen immer mehr Treibhausgase in die Atmosphäre.

Nach europäischem Recht gilt die „Tinner Dose“ als ein besonders geschütztes Gebiet und hat als Lebensraum für diverse Arten eine große Bedeutung. So beherbergt das Naturschutzgebiet nicht nur zahlreiche Vogelarten, sondern auch hochmoortypische Amphibien, Reptilien und Insekten. Viele von Ihnen können dem Moorbrand jedoch nicht entkommen und sind bereits verendet.

Bei der diesjährigen extremen Dürre Schießübungen im Moor abzuhalten – das ist unfassbar„Der Moorbrand bei Meppen zeigt offensichtlich, dass an einigen Stellen die nötige Sensibilisierung für einen verantwortungsvollen Umgang mit besonders schutzbedürftigen Gebieten noch nicht ausreichend vorhanden ist“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Bei der diesjährigen extremen Dürre Schießübungen im Moor abzuhalten und das auch noch ohne ausreichende Absicherung durch Löschfahrzeuge – das ist unfassbar“, so Felix Grützmacher, NABU-Moorschutzexperte.

Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen

Aufgrund des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung hat nun auch die Staatsanwaltschaft Osnabrück die Ermittlungen aufgenommen und das Gelände durchsucht. Ausgelöst wurde der Moorbrand auf dem Übungsgelände durch Raketentests der Bundeswehr. Normalerweise werden derartige Feuer dann sofort mit entsprechenden Spezialfahrzeugen gelöscht. Diesmal fiel jedoch eine Löschraupe kurzfristig aus und eine weitere befand sich in der Werkstatt. Aufgrund des besonders heißen und trockenen Sommers konnte sich der Brand dadurch ungehindert ausbreiten.

Bisher ist auch noch nicht abzusehen, wie lange der Moorbrand die Einsatzkräfte noch beschäftigen wird. Auch wenn die Lage zwar weitgehend stabil und das Feuer unter Kontrolle sei, wird die weitere Bekämpfung des an vielen Stellen unter der Oberfläche schwelenden Brands noch äußerst schwierig. jk


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