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Nachhaltiges SilvesterOhne Böller geht’s auch rund

Silvester GIF der energiezukunft. Wir von der Redaktion der energiezukunft wünschen einen guten Rutsch
GIF: © energiezukunft / Angelika Böhm

Einige Läden haben Feuerwerkskörper aus ihrem Sortiment genommen, Bleigießen ist schon länger verboten und Plastikgeschirr verschwindet immer mehr aus den Regalen. Silvester könnte richtig nachhaltig werden. Nur muss die breite Masse mitziehen.

30.12.2019 – Bundesweit machen es viele Filialen von Rewe und Edeka vor: Sie verkaufen Ende dieses Jahres keine Feuerwerkskörper in ihren Läden. Die Baumarktkette Hornbach kündigte an, nächstes Jahr zu Silvester keine Feuerwerkskörper mehr in ihren Märkten anzubieten. Und in vielen deutschen Städten haben Anträge der Deutschen Umwelthilfe Erfolg: 36 Städte haben zumindest für einige Bereiche ein Böllerverbot ausgesprochen.

Bislang wird in der Silvesternacht so viel Feinstaub ausgestoßen, wie etwa 15,5 Prozent des gesamtdeutschen Straßenverkehrs in einem Jahr verursacht. Das hat verheerende Folgen, wie Lungenfacharzt Norbert Mülleneisen warnt: „Feinstaubspitzenbelastungen durch Silvesterfeuerwerk führen zu fünf bis sechs Tage anhaltenden Beschwerden. Silvesterfeuerwerk schädigt die Lungen von Kranken, Kindern und Gesunden in gleichem Maße, nur leiden Gesunde weniger. Aber die Lunge vergisst nichts! So wie jede einzelne Zigarette zählt auch jedes Silvesterfeuerwerk.“

Doch es besteht Hoffnung: Neben dem selbstauferlegten Verkaufsverbot einiger Läden und dem Böllerverbot in Teilen mancher Städte, stellen sich inzwischen knapp 60 Prozent der Deutschen gegen das Abbrennen von Feierwerkskörpern in Innenstädten. Die Deutsche Umwelthilfe unterstützt in diesem Zuge lokale Petitionen für ein Verbot privater Feuerwerke. 22 dieser Petitionen laufen bereits.

Ein nachhaltiges Silvester: gut für die Umwelt und den Geldbeutel

Neben einem guten Gewissen gegenüber Umwelt und Gesundheit spart der Verzicht auf Feuerwerk richtig Geld. Denn die Deutschen investieren jedes Jahr zwischen 100 und 150 Millionen Euro fürs Böllern. Und wo die Einsicht nicht hilft, helfen Verbote. Dies hatte schon bei der ehemaligen Tradition des Bleigießens Erfolg. Seit letztem Jahr gibt es einen neuen Grenzwert der Europäischen Union für Blei, der zu einem Verbot des Rituals führte. Der große Aufschrei blieb aus, die Akzeptanz für das Verbot ist groß – auch weil es Alternativen gibt, wie das „Deuten“ der Zukunft mit Wachsgießen.

Ein weiterer beliebter Silvestereinkauf ist Plastikgeschirr. Wer eine größere Party schmeißt, muss sich so nicht um das Spülen oder die Frage kümmern, ob das Geschirr für alle ausreicht. Doch ab 2021 gilt ebenfalls ein EU-weites Verbot für Einwegbesteck aus Kunststoff und Einweg-Plastikteller, auch Plastikstrohhalme sind dann nicht mehr erhältlich. Bislang gibt es zu diesem Beschluss wenig Kritik. Die Umwelt wird es der EU danken.

Der Rat für nachhaltige Entwicklung empfiehlt stattdessen, wiederverwendbares Geschirr zu verwenden und wenn zu wenig im Haushalt vorhanden ist, Nachbarn oder die Gäste zu fragen. Gemeinschaftlich kann die Silvester-Party zu einem nachhaltigen Erlebnis werden. Wer einen Garten besitzt, könnte seinen Gästen statt einem Feuerwerk eine Feuertonne oder Lagerfeuer bieten. Bunte Lichterketten und andere Leuchtkörper – natürlich LED-Lichter – können Silvester auch ohne Böller bunt machen. Metropolen wie Paris, Prag, Brüssel und Wien verzichten zum Beispiel komplett auf Feuerwerk. Trotzdem feiern die Einwohner ausgelassen in das neue Jahr. mf


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