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Zur EnergieversorgungRWE verbrennt gefährliche Abfallstoffe

Kläranlage mit dreckigem Abwasser im Vordergrund.
In Kläranlagen wird Abwasser von allen möglichen Rückständen gereinigt. Diese sind teilweise hochgiftig und bleiben im Klärschlamm enthalten (Foto: Bastian Greshake Tzovaras / flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Neben Kohle, werden in den Kraftwerken Nordrhein-Westfalens auch Klärschlamm und Produktionsrückstände zur Energiegewinnung verbrannt. Diese sind in der Mehrzahl als gefährlich einzustufen und tragen zu noch höheren Schadstoffemissionen bei.

01.03.2019 – „Umweltdumping“ nennt Oliver Krischer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, die billige Entsorgung von Abfallstoffen wie Klärschlamm, Altöl, Lösemittel und Raffinerierückständen in Kohlekraftwerken. Billig sowohl für Kommunen und die Industrie, die solche Abfallstoffe sonst teuer entsorgen müssten, als auch für RWE, die weniger Kohle abbauen müssen und für die Abfallstoffe keine CO2-Zertifikate benötigen.

Doch die normalerweise teure Entsorgung in Müllverbrennungsanlagen hat ihren Grund. Denn die Abfallstoffe sind teilweise hochgiftig, mit der Gefahr von besonders umwelt- und klimaschädlichen Schadstoffemissionen. Und während in Müllverbrennungsanlagen diese Schadstoffe weitestgehend eliminiert werden, entweichen sie aus den Kohlekraftwerken RWEs fast ungehindert in die Umwelt.

Fünf Millionen Tonnen giftiger Abfälle verbrannt

Insbesondere Klärschlamm aus kommunalen und industriellen Kläranlagen wird in den Kraftwerken verfeuert. Nach Recherchen des WDR entsorgte RWE in seinen Braunkohlekraftwerken Berrenrath, Goldenbergwerk, Frechen und Weisweiler 800.000 Tonnen Klärschlamm im letzten Jahr. Das macht rund die Hälfte der insgesamt 1,6 Millionen Tonnen Abfälle und Produktionsrückstände aus, die 2018 in nordrhein-westfälischen Braunkohlekraftwerken verbrannt wurden. Bundesweit sind es jährlich etwa fünf Millionen Tonnen dieser giftigen Abfälle, die ebenso in der Lausitz und anderen Kohlekraftwerksstandorten verfeuert werden.

Zwar enthalten Klärschlamme aus kommunalen Kläranlagen auch eine ganze Reihe wertvoller Pflanzennährstoffe, weswegen diese bis vor wenigen Jahren noch als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt wurden, aber enthalten sind auch toxische Schwermetalle, Arzneimittelrückstände, Mikroplastik und vieles mehr. Deswegen ist seit Ende 2017 kommunaler Klärschlamm als Dünger auf Äckern komplett verboten. Der Verband kommunaler Unternehmen spricht seitdem in manchen Regionen von einem Entsorgungsnotstand.

Behörden und Gerichte sind nun am Zug

Und der angekündigte Kohleausstieg könnte diesen Entsorgungsnotstand noch verschärfen. Doch das Problem sieht Oliver Krischer nicht im baldigen Ende der nordrhein-westfälischen Kohlekraftwerke, sondern, dass die Kommunen sich viel zu lange auf diesen bequemen Weg der Entsorgung verlassen haben, der auch noch zu Lasten der Umwelt geht. Auch wird der Kohleausstieg nicht von heute auf Morgen vollzogen. Von daher sind nun Behörden und Gerichte am Zug dem Treiben RWEs und seiner Zulieferer giftiger Abfallstoffe Einhalt zu gebieten. mf


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Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Denkender Bürger 14.03.2019, 22:48:38

Warum diese Hetz- und Rufmordkampagnen gegen RWE?

Andere Kraftwerksbetreiber verbrennen ebenfalls Müll.

Und wenn das rechtlich zulässig ist, dann ist es auch nicht zu beanstanden.

Schließlich werden die Umweltgesetze von anderen gemacht.


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