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Earth Overshoot DayWir verbrauchen mehr, als die Erde uns geben kann

Der Earth Overshoot Day verdeutlicht die ökologischen Grenzen des Planeten.
Der Earth Overshoot Day verdeutlicht die ökologischen Grenzen des Planeten. (Foto: Jörg Farys/Die Projektoren/BUNDjugend/Flickr / CC BY 2.0)

Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass weniger Ressourcen verbraucht wurden. Trotzdem ist am heutigen Samstag der Erdüberlastungstag. Das Jahresbudget der Natur wurde verbraucht. Für den Rest des Jahres agieren wir im Minus.

22.08.2020 – Heute am 22. August ist in diesem Jahr der Earth Overshoot Day. Er markiert den Zeitpunkt, an dem die nachhaltig nutzbaren Ressourcen eines Jahres verbraucht sind. Er wird jedes Jahr vom Global Footprint Network errechnet und verdeutlicht die ökologischen Grenzen der Erde.

Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass der Tag in diesem Jahr drei Wochen nach hinten gerückt ist – aber ein Grund zum Jubeln ist das nicht. In den Siebzigerjahren fiel der Tag noch in den Dezember, im vergangenen Jahr bereits auf den 29. Juli. Um den aktuellen Ressourcenverbrauch zu decken, bräuchten wir derzeit 1,6 Erden.

„Dass sich der Erdüberlastungstag dieses Jahr nach hinten verschiebt, ist allein Folge der Corona-Pandemie und noch keine Trendumkehr", sagt Steffen Vogel von Germanwatch. „Wenn dies kein Einmal-Effekt bleiben soll, müssen die Investitionen zur ökonomischen Erholung nach der Pandemie konsequent an Nachhaltigkeit gekoppelt werden. Unsere Wirtschaft darf nicht länger an Profit ausgerichtet sein, der Klimaziele und Menschenrechte untergräbt. Der Ressourcenverbrauch muss sinken."

Das Global Footprint Network berechnet jedes Jahr den Tag, an dem die Erdüberlastung erreicht ist (Earth Overshoot Day). Dabei werden zwei rechnerische Größen gegenüber gestellt: zum einen die biologische Kapazität der Erde zum Aufbau von Ressourcen sowie zur Aufnahme von Müll und Emissionen, zum anderen der Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser, Ackerland und Fischgründen, den die Menschen derzeit für ihre Lebens- und Wirtschaftsweise verbrauchen. Um ihren Ressourcenbedarf nachhaltig zu decken, bräuchte die Weltbevölkerung rechnerisch 1,6 Planeten. Würden alle Länder so wirtschaften wie Deutschland, wären sogar drei Erden nötig (bezogen auf das Jahr 2019).

Bei einer Lebensweise wie in China bräuchte die Weltbevölkerung 2,2 Erden; würden alle Menschen so wirtschaften wie in den USA bräuchten sie fünf Erden. Während der Erdüberlastungstag in den Siebzigerjahren wegen des geringeren Ressourcenverbrauchs noch in den Dezember fiel, lag er im vergangenen Jahr bereits auf dem 29. Juli. pf


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