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Braunkohlekonzerne planen Stilllegung von Kraftwerken

Die beiden verbliebenen Blöcke des Braunkohlekraftwerks Frimmersdorf stammen noch aus den 1960er Jahren und sollten ohnehin 2018 stillgelegt werden. Nun werden sie aller Voraussicht nach für vier Jahren in die Kraftwerksreserve überführt und RWE dafü
Die beiden verbliebenen Blöcke des Braunkohlekraftwerks Frimmersdorf stammen noch aus den 1960er Jahren und sollten ohnehin 2018 stillgelegt werden. Nun werden sie aller Voraussicht nach für vier Jahren in die Kraftwerksreserve überführt und RWE dafür entschädigt. (Foto: Stodtmeister, wikimedia, CC BY 3.0)

Die Energiekonzerne müssen 2,7 Gigawatt Braunkohlekapazitäten abbauen. Bei RWE, Vattenfall und Mibrag gibt es bereits konkrete Pläne welche Kraftwerke vor dem Aus stehen. RWE rechnet mit einem Rückgang der Braunkohleverstromung von 10-15 Prozent.

17.07.2015 – Die Klimaschutzabgabe auf besonders alte und schmutzige Braunkohlekraftwerke ist vom Tisch, dennoch müssen die Energiekonzerne Kapazitäten vom Markt nehmen. Insgesamt 2,7 Gigawatt (GW) sollen nach dem Beschluss der Bundesregierung zwischen 2017 und 2020 in eine Kapazitätsreserve überführt werden. Dort sollen die Kraftwerke vier Jahre bleiben, keinen Strom erzeugen und nicht am Markt teilnehmen. Bezahlt werden die Betreiber trotzdem für ihre Braunkohlekraftwerke – vom Steuerzahler.

Die betroffenen Energiekonzerne haben sich noch nicht offiziell dazu geäußert, welche Braunkohlekraftwerke so vom Netz genommen werden sollen. Doch intern gibt es bereits Szenarien und auch aus Regierungskreisen sickern Vorstellungen durch, welche Kraftwerksblöcke vor dem Aus stehen sollen. Bei RWE geht man davon aus, dass der Konzern etwa 1,35 GW an Leistung abbauen muss. Bis zum Ende des Jahrzehnts werde RWEim Rheinischen Revier 10 bis 15 Prozent weniger Braunkohle verstromen, kündigte der Chef der Erzeugungssparte RWE Generation Matthias Hartung bereits am Dienstag an.

Zudem sei ein Abbau von 900 bis 1.000 der insgesamt 10.000 Braunkohlearbeitsplätze bei RWE notwendig. Da die Umsetzung bis 2024 dauern werde und das Durchschnittsalter der Belegschaft bei 49 Jahren liege, könne man „einiges mit Demografie abarbeiten“, so Hartung. Der Gewinn von RWE aus dem Kraftwerksgeschäft ging im ersten Quartal 2015 um 23 Prozent zurück.

Diese Braunkohlekraftwerke kommen in die Kapazitätsreserve

Als sehr wahrscheinlich gilt, dass die beiden 300-Megawatt-Blöcke des Braunkohlekraftwerks Frimmersdorf in die Reserve überführt werden. RWE plant bereits die Abschaltung der noch aus den 1960er Jahren stammenden Blöcke für 2018 und könnte durch die Kapazitätsreserve noch einmal Geld einnehmen. Auch in Niederaußem soll der älteste 300-MW-Block auf der Streichliste stehen, zudem weitere 300 MW in Weisweiler und 150 MW in Goldenberg. Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) könnte das 350-MW-Kraftwerk Buschhaus in die Reserve überführen, da der Tagebau Schöningen ohnehin 2017 schließt.

Vattenfall betreibt insgesamt 14 Braunkohlekraftwerksblöcke in der brandenburgischen und sächsischen Lausitz sowie bei Leipzig. Die beiden ältesten Blöcke des Kraftwerks Jänschwalde bei Cottbus könnten betroffen sein, insgesamt 1.000 MW. Nach Informationen der Sächsischen Zeitung könnten die beiden Blöcke noch bis 2019 Braunkohlestrom produzieren und anschließend bis 2023 in die Kraftwerksreserve übergehen.

Offiziell warten die Konzerne noch den Beschluss des Bundestages ab. Im Herbst will die Bundesregierung die Details der Überführung in die Kraftwerksreserve vertraglich regeln und gesetzlich umsetzen, sowie die finanziellen Zahlungen an die Braunkohlekonzerne festlegen. cw

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