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Divestment: Berlin zieht Geld aus Kohle, Öl und Gas ab

Fast alle Mitglieder des Abgeordnetenhauses über die Parteigrenzen hinweg votierten für den Divestment-Beschluss. (Foto: Beek100, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Berlin,_Mitte,_Niederkirchnerstra%C3%9Fe,_Preu%C3%
Fast alle Mitglieder des Abgeordnetenhauses über die Parteigrenzen hinweg votierten für den Divestment-Beschluss. (Foto: Beek100, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Berlin,_Mitte,_Niederkirchnerstra%C3%9Fe,_Preu%C3%9Fisches_und_Berliner_Abgeordnetenhaus.jpg)

Das Land Berlin schließt sich der Divestment-Bewegung an. Fast einstimmig beschloss das Abgeordnetenhaus bereits Ende Juni den Abzug aller öffentlichen Gelder aus fossilen Unternehmen. Betroffen sind auch Anteile an RWE, E.ON und Total.

08.07.2016 – Ein Finanzdienstleister soll nun bis Anfang 2017 die neuen Anlagerichtlinien für Berlin entwickeln. Investiert soll nicht mehr in Unternehmen, „deren Geschäftsmodell dem Ziel der Klimaneutralität widerspricht“, so der Beschluss des Abgeordnetenhauses, dem die Koalition aus SPD/CDU und die Grünen, Linken und Piraten zustimmten. Bei den Investitionen Berlins geht es um Versorgungsrücklagen für Beamtenpensionen und Angestellte mit einem Volumen von rund 750 Millionen Euro.

Klimaschützer und Divestment-Aktivisten feierten die Entscheidung. „Mit dem Divestment-Auftrag gibt Berlin das Signal, dass das Zeitalter der fossilen Brennstoffe vorbei ist“, kommentierte Christoph Meyer von der Bürgerbewegung Fossil Free Berlin. Allerdings darf Berlin sich fünf Jahre mit dem Rückzug aus fossilen Unternehmen Zeit lassen – zu viel meinen Kritiker. Die Senatsverwaltung für Finanzen will allerdings schneller handeln als sie muss. Kritik gibt es auch an dem Begriff klimaneutral, dessen genaue Definition abzuwarten bleibt.

Über 500 institutionelle Anleger weltweit

Mit dem Beschluss ist Berlin die zweite deutsche Stadt, die sich zum Divestment verpflichtet. Münster hatte sich bereits im November vergangenen Jahres zum Ausstieg aus der fossilen Finanzierung bekannt und schon im April dieses Jahres ihre Gelder umgewidmet. Weltweit gehören Berlin und Münster nun zu den weltweit etwa 60 Städten, die ihr Geld aus fossilen Branchen abziehen. Darunter sind Oslo, Kopenhagen, Paris, Seattle, Melbourne und seit neuestem auch Stockholm.

Nicht nur Großstädte, auch Universitäten, kirchliche Einrichtungen, Pensionsfonds, Institutionen und Stiftungen haben sich der Divestment-Bewegung angeschlossen. Weltweit sind es mehr als 500 institutionelle Anleger. Auch der norwegische Pensionsfonds, der größte Staatsfonds der Welt, hat seinen Ausstieg angekündigt. Zudem kündigte die Rockefeller-Familie, das Symbol des Reichtums durch Ölgeschäfte, den Rückzug aller Investitionen aus fossilen Geschäften an. cw

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