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Hohe AKW-Kosten

Atomausstieg wird auch in den USA kommen

Das Kernkraftwerk Diablo Canyon liegt im US-Bundesstaat Kalifornien und soll bis 2025 vollständig abgeschaltet werden. (Foto: © Doc Searls/ Flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Langfristig werden auch die USA aus der Kernenergie aussteigen müssen, zeigt eine aktuelle Studie. Zu teuer seien die Atomkraftwerke, als dass sie sich gegen andere Erzeugungsarten behaupten können. Für das Klima ist das keine gute Nachricht.

05.07.2018 – Die Kernenergie habe in den USA das Potential, einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Energiesystems beizutragen, heißt es in der vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie der Carnegie Mellon University Pittsburgh. Nüchtern betrachtet ist diese Aussage nicht verkehrt, gäbe es nur nicht das Risiko eines möglichen Super-GAU oder das Problem der Atommüll-Endlagerung. Trotzdem gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Atomenergie in den USA sowieso langfristig vor dem Aus stehe.

Zu teuer sei der Weiterbetrieb alter Atommeiler, zu günstig dagegen der Erdgaspreis sowie der Bau neuer Wind- oder Solaranlagen. Ebenfalls rechne sich auch die Errichtung neuer AKW aufgrund der immensen Investitionskosten sowie der hohen Komplexität nicht mehr. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass ein weiterer Ausbau von Kernkraftwerken zukünftig höchst unwahrscheinlich sei.

Immer mehr alte Meiler gehen vom Netz

So gehen in den USA schon jetzt immer mehr alte Meiler vom Netz. Offensichtlich jedoch aus ganz anderen Gründen, als in Deutschland. Während es hierzulande schon seit Jahrzehnten eine starke Protestbewegung gegen die Atomenergie gibt, stehen in den Vereinigten Staaten von Amerika jedoch eher Kostengründe im Vordergrund.

Doch was würde ein Atomausstieg für den Klimaschutz in den USA bedeuten? Vermutlich nichts Gutes, prognostizieren die Wissenschaftler im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“. So gilt US-Präsident Trump tatsächlich nicht nur als Klimawandel-Skeptiker, sondern auch als ausgemachter Freund der Kohleindustrie. Schon zu seinem Amtsantritt machte er deswegen deutlich, dass er der Kohleindustrie zu alter Größe verhelfen, verlorene Jobs zurückholen und damit den „Krieg gegen die Kohle“ so schnell wie möglich beenden werde. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die US-amerikanische Umweltschutzbehörde (EPA) den „Clean Power Plan“ (CPP) seines Vorgängers Barack Obama gekippt hat. Kein gutes Zeichen für den zukünftigen Klimaschutz der USA.

Rückgang der Atomenergie, Ausbau der Kohlekraft

Inzwischen will Trump nicht nur neue Kohlekraftwerke bauen – am liebsten mit Geld aus dem Grünen Klimafonds der Vereinten Nationen – sondern auch alte und unrentable Kraftwerke retten. Dafür könnte das Energieministerium den Netzbetreibern schon bald den Kauf von Kohle- und Atomstrom vorschreiben. Je mehr Atomkraftwerke dann vom Netz gehen würden, desto eher könnte als Folge weitere Kohleleistung hinzukommen – trotz des Ausbaus Erneuerbarer Energien.

Insofern wird wohl auch in den USA der Atomausstieg früher oder später Einzug halten. Die Frage ist aber, welche anderen Erzeugungsarten die Stromkapazitäten ausgleichen werden. In Bundesstaaten wie etwa dem Energiewende-Vorreiter Kalifornien steht das bereits fest: So soll hier spätestens 2025 das letzte Atomkraftwerke durch den Ausbau Erneuerbarer Energien ersetzt werden. jk


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Kommentare

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Skodafahrer 05.07.2018, 06:34:53

Wenn die USA auch in Zukunft noch Plutoniumbomben in Ihrem Arsenal haben wollen, dann werden Sie nicht ohne Atomreaktoren auskommen.

Wenn in Zukunft nur noch dort Atomreaktoren betrieben werden, wo man auch Plutonium für eine Bombe braucht, dann geht das weltweite Risiko für eine Kernschmelze mindestens auf 1/10 des heutigen Wertes zurück.


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