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Jobs bei den Erneuerbaren Energien

China treibt den Arbeitsmarkt im Erneuerbaren Sektor voran

Ein weltweites Ungleichgewicht zeigt sich auf dem Arbeitsmarkt der Erneuerbaren Energien. (Foto: © IRENA)

Weltweit hat die Branche der Erneuerbaren Energien steigende Jobzahlen zu verzeichnen. China bietet dabei fast die Hälfte aller Arbeitsplätze im globalen Vergleich. Besonders die Solarindustrie und Bioenergiewirtschaft haben mehr Jobs geschaffen.

11.05.2018 – 10,3 Millionen Jobs bot die Erneuerbaren Energienbranche 2017 weltweit, was einer Steigerung von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zu diesen Statistiken kommt die International Renewable Energy Agency – kurz IRENA – in ihrem jährlich erscheinenden Bericht zu Erneuerbaren Energien und Jobs. Demnach ist China für 43 Prozent aller weltweiten Jobs in den entsprechenden Sektoren verantwortlich.

Wichtigster Beschäftigungstreiber in China und weltweit: die Stromerzeugung mittels der Photovoltaiktechnologie, mit 3,4 Millionen Jobs weltweit und einer Steigerung von 9 Prozent gegenüber 2016. Während jedoch China in dem entsprechenden Sektor eine Steigerung von 13 Prozent und Indien sogar ein Plus von 36 Prozent zu verzeichnen hat, stagnieren die Zahlen in der Europäischen Union. In den USA sind sie sogar leicht rückläufig.

Weltweit rückläufig sind auch die Jobs in der Windenergie, mit minus 0,6 Prozent gegenüber 2016. Im Jahr 2017 arbeiteten 1,15 Millionen Beschäftigte in der Windbranche. Deutschland präsentiert sich hingegen mit 10.000 neuen Jobs für die Windenergie, bei insgesamt 160.000 Beschäftigten. Die Zahlen für Deutschland und die Europäische Union beziehen sich jedoch auf das Jahr 2016, in Referenz zu 2015.

Biotreibstoffe als Teil der Erneuerbaren Energien?

In ihrem Bericht erfasst die IRENA auch Biotreibstoffe. Und diese machten im letzten Jahr den größten Sprung auf dem Arbeitsmarkt innerhalb der Erneuerbaren Energien, mit einem Plus von 12 Prozent, auf insgesamt 1.93 Millionen Beschäftigte. Rechnet man die Arbeitsplätze für Biomasse und Biogas hinzu, kommt der Sektor Bioenergie auf 3,06 Millionen Beschäftigte weltweit.

Biotreibstoffe sind jedoch umstritten. Denn bislang werden für die Produktion vor allem riesige Ackerflächen in Anspruch genommen, die dann für den Anbau von Nahrungsmitteln fehlen und aufgrund der Rodungen von Wäldern ebenfalls schlecht für die Klimabilanz sind. Die zunehmende Nachfrage nach Biosprit wird unter anderem für die steigenden Lebensmittelpreise weltweit verantwortlich gemacht. Neuer Treibstoff aus Algen hingegen könnte eine Lösung sein, Biodiesel nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion zu setzen.

Auch der Globale Süden soll profitieren

Die Nahrungsmittelkrise und der Klimawandel treffen bislang vor allem die Länder des Globalen Südens. Auch der Arbeitsmarkt für Erneuerbare Energien ist in Staaten wie den Ländern Sub-Sahara-Afrikas bisher nur rudimentär vorhanden. Die verstärkte Entwicklung von Off-Grid Lösungen sollen hier Abhilfe schaffen. Dezentrale Versorgung – vor allem mit Photovoltaik – soll auch die ländliche Bevölkerung ärmerer Länder mit Energie versorgen und in den Staaten Arbeitsplätze schaffen.

Weltweit geht die IRENA weiter von steigenden Beschäftigungszahlen bei den Erneuerbaren Energien aus. Die Analysten schätzen, dass bis 2030 23,6 Millionen Jobs in der Branche geschaffen werden, bis 2050 28,8 Millionen. mf


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