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AG EnergiebilanzenCO2-Emissionen in Deutschland sinken um gut sieben Prozent

Das Industrieland Deutschland hatte 2019 einen konjunkturellen Rückgang zu verzeichnen. (Foto: Foto-Rabe / Pixabay, Public Domain)

Die CO2-Emissionen in Deutschland sind 2019 gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent gesunken. Dafür sorgten eine verbesserte Energieeffizienz, ein konjunkturell bedingter Rückgang des Energieverbrauchs und gestiegener Anteil Erneuerbarer Energien.

06.01.2020 – Trotz kühlerer Witterung und Bevölkerungszuwachs, die AG Energiebilanzen hat in ihrem Jahresbericht über den Energieverbrauch in Deutschland erfreuliches zu vermelden: Um sieben Prozent sanken die CO2-Emissionen 2019 gegenüber dem Vorjahr. Das entspricht etwa 50 Millionen Tonnen CO2. Dies ist laut Bericht vor allem auf Verbesserungen bei der Energieeffizienz, einen konjunkturell bedingten Rückgang des Energieverbrauchs und den gestiegenen Anteil Erneuerbarer Energien zurückzuführen.

Die konjunkturell bedingten Einschnitte sind vorrangig bedingt durch die abflauende energieintensive Industrie sowie den fortschreitenden Strukturwandel. Erneuerbare Energien legten derweil beim Primärenergieverbrauch um 3,9 Prozent zu. die Windkraft erhöhte ihren Beitrag gar um 17 Prozent. Gleichzeitig sank der Primärenergieverbrauch bei der Steinkohle um 20,5 Prozent und erreichte ein historisches Tief. Die Braunkohle verringerte 2019 ihren Anteil noch etwas mehr, um 20,7 Prozent. Der Braunkohleanteil sank damit zum siebten Mal in Folge.

Doch es gibt nicht nur positives zu vermelden

Insgesamt sank der Energieverbrauch etwas geringfügiger um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zwar zeigt der Rückgang der Kohleindustrie und Aufstieg Erneuerbarer Energien einen positiven Trend auf, doch Parallel zum Anstieg Erneuerbarer Energien im Primärenergieverbrauch legten Mineralöl und Erdgas ebenfalls zu. Der Verbrauch von Mineralöl verzeichnete ein Plus von 1,7 Prozent. Der Erdgasverbrauch erhöhte sich um 3,6 Prozent.

Beim Verbrennen von Erdgas entsteht bis zu 25 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid als bei anderen Energieträgern, weswegen diese Form oftmals als Übergangslösung propagiert wird. Doch die klimaschädliche Wirkung von Erdgas darf nicht nur bei dessen Verbrennung betrachtet werden. Denn bei Förderung und Transport des Gases wird oftmals Methan freigesetzt. Ein Stoff, mit einem 20 bis 30 Mal stärkeren Treibhausgaseffekt wie CO2. Und die Konzentration von Methan in der Atmosphäre hat ihren höchsten Wert der letzten 650.000 Jahre erreicht. Darüber hinaus zerstört die besonders in den USA beliebte Erdgas-Fördermethode des Frackings die Umwelt.

Ob die CO2-Emissionen auch im nächsten Jahr wieder so deutlich zurückgehen werden, bleibt abzuwarten. Vor allem für die Windkraft wird es schwierig ihren Beitrag dazu zu leisten. Im vergangenen Jahr wurden über 80 Prozent weniger Windräder gebaut als noch 2018. Die Pauschalen Abstandsregelungen von 1.000 Metern zum nächsten Wohngebäude sind für die Union noch nicht vom Tisch. Über ein mögliches Windbürgergeld und andere Maßnahmen wird nach wie vor gestritten. mf