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Ökostrom-Förderung

EEG-Umlage sinkt 2019 auf 6,4 Cent

Windkraftanlagen aus der Luft
Im kommenden Jahr sinkt die EEG-Umlage auf 6,4 Cent pro Kilowattstunde. (Photo by Thomas Richter on Unsplash)

Zum zweiten Mal in Folge haben die Übertragungsnetzbetreiber eine Senkung der EEG-Umlage bekannt gegeben. Die Abgabe zur Förderung Erneuerbarer Energien beträgt 2019 noch 6,405 Cent pro Kilowattstunde. Die Strompreise könnten trotzdem steigen.

16.10.2018 – Im kommenden Jahr wird die Abgabe zur Förderung von Erneuerbaren Energien 6,405 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) betragen. Das vermeldeten die Übertragungsnetzbetreiber am Montag. Damit sinkt die EEG-Umlage bereits zum zweiten Mal in Folge – diesmal um etwa 5,7 Prozent. Zurzeit liegt sie noch bei knapp 6,8 ct/kWh. Die Übertragungsnetzbetreiber begründen die Senkung der EEG-Umlage sowohl mit steigenden Börsenstrompreisen, als auch mit gesunkenen Förderkosten für Erneuerbare-Energie-Anlagen. Das EEG-Konto verzeichnete Ende September ein Plus von über 3,6 Milliarden Euro.

„Erneuerbare Energien werden immer günstiger“, kommentiert Peter Röttgen, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) die Bekanntgabe. „Zudem beginnt der CO2-Preis im Europäischen Emissionshandel seit diesem Jahr erstmalig Wirkung zu entfalten.“ Diese Faktoren würden – zusätzlich zu den sowieso schon gestiegenen Kosten für fossile Energieträger – ebenfalls zur Verbesserung der Marktposition für Erneuerbare Energien beitragen.

„Kehrtwende in der Energiepolitik nötig“

Genau wie im vergangenen Jahr werden aufgrund der erneut gesunkenen EEG-Umlage nun die Rufe nach einer umfassenden Reform des Strompreis-Systems lauter. So plädiert der BEE für systemische Korrekturen am Abgaben-, Steuern- und Umlagensystem. „Mit Blick auf die Klimaschutzziele, die Deutschland krachend zu verfehlen droht, ist eine Kehrtwende in der Energiepolitik nötig“, fordert auch Dr. Thomas E. Banning, Vorstandsvorsitzender der NATURSTROM AG. „Vor allem sollte die Stromsteuer, die immerhin 2,05 Cent pro Kilowattstunde ausmacht, in eine CO2-Abgabe überführt werden, damit Klimaschädigung durch Kohlekraftwerke endlich einen Preis bekommt“, so Banning.

Auch aus Sicht des BEE sollte die konventionelle Stromerzeugung ergänzend zum Europäischen Emissionshandel mit einer nationalen CO2-Steuer oder einem CO2-Mindestpreis belegt und gleichzeitig die Stromsteuer auf das Mindestmaß reduziert werden. Der Verband fordert außerdem, dass die Finanzierung der Besonderen Ausgleichsregelung nicht über die Stromkunden, sondern über den Bundeshaushalt erfolgen soll. Dadurch könne die EEG-Umlage dann weiter sinken. „Um die Verbraucher kurzfristig zu entlasten, muss die Bundesregierung die inzwischen ausufernden Industrierabatte auf das wirklich notwendige Maß zurückfahren“, so Banning.

Die Zeit, in der die EEG-Umlage als Argument gegen die Energiewende genutzt wurde, ist jetzt jedenfalls vorbeiAus Sicht des BEE sei gerade in den letzten Monaten deutlich geworden, dass die Menschen in diesem Land mehr Klimaschutz wollen und für stärkere Ambitionen bei Erneuerbaren Energien sind. Dies sei ein Signal an die Politik, mehr Mut bei der Modernisierung der Energieversorgung zu zeigen und wirksame Maßnahmen auf den Weg zu bringen. „Die Zeit, in der die EEG-Umlage als Argument gegen die Energiewende genutzt wurde, ist jetzt jedenfalls vorbei“, so Röttgen.

Strompreise könnten 2019 leicht steigen

Trotz gesunkener EEG-Umlage könnten die Strompreise für Privathaushalte im kommenden Jahr dennoch leicht steigen. Auch wenn die Abgabe zur Förderung von Erneuerbaren etwa ein Viertel des gesamten Strompreises für Privathaushalte ausmacht, haben die Übertragungsnetzbetreiber andere Preiskomponenten wie etwa die Offshore-Netzumlage (ehemals bekannt als Offshore-Haftungsumlage) erhöht. Lag diese 2018 noch bei 0,037 ct/kWh, wird sie im kommenden Jahr auf 0,416 ct/kWh ansteigen. Durch die Offshore-Netzumlage werden die Kosten für den Anschluss von Windkraftanlagen vor den Küsten an das Stromnetz der Bundesrepublik gedeckt.

Steigen könnten die Strompreise im kommenden Jahr aber nicht nur wegen erhöhter Netzentgelte, sondern auch wegen höherer Beschaffungskosten. Durch den steigenden Börsenstrompreis sinkt zwar die EEG-Umlage, gleichzeitig verteuert sich aber für die Energieversorger der Stromeinkauf. jk


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