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OECD-BerichtEmissionshandel ist kein Jobkiller – im Gegenteil

Das EU-Emissionshandelssystem ETS schadet nicht der Industrie, sagt die OECD.
Das EU-Emissionshandelssystem ETS schadet nicht der Industrie, sagt die OECD. (Foto: veeterzy, Unsplash)

Klimaschutz vernichtet Arbeitsplätze – ein alter Mythos, erneut widerlegt von einer neuen OECD-Studie: Umsätze und Jobzahlen von Unternehmen, die am EU-Emissionshandel ETS teilnehmen, sind gestiegen. Die Industrie profitiert von der CO2-Reduktion.

10.12.2018 – Die Begrenzung der CO2-Emissionen durch den EU-Emissionshandel ETS hat in den vergangenen Jahren weder dem Umsatz, noch Gewinnen oder Arbeitsplätzen der beteiligten Unternehmen geschadet sondern zu deren Erfolg beigetragen. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Report der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD.

Für die Studie wurde Daten von 2.000 Firmen, die unter die Regeln des EU-Emissionshandels fallen, untersucht und mit Daten von ähnlich großen, unregulierten Unternehmen aus den gleichen Ländern und gleichen Sektoren verglichen. Die Wissenschaftler betrachteten den Zeitraum von 2005 bis 2014. Dabei fiel ihnen auf: Statt schlechter schnitten die Unternehmen besser ab, die pro emittierter Tonne CO2 eine Abgabe zahlen mussten.

Klimafreundliche Technologien treiben Produktivität nach oben

Der Umsatz von am ETS beteiligten Firmen lag um sieben bis 18 Prozent höher als ohne Emissionshandel.Die Ergebnisse sind für die Organisation der Industrienationen keine Überraschung. Laut OECD hätten zuvor bereits Studien gezeigt, dass Konzerne durch Emissionshandelssysteme zu Investitionen in klimafreundliche Technologien ermutigt würden – und diese dann die Produktivität nach oben treiben.

Dem Report zufolge lag der Umsatz von am ETS beteiligten Firmen am Ende des Untersuchungszeitraums um sieben bis 18 Prozent höher als ohne Emissionshandel. Das Anlagevermögen wuchs um sechs bis zehn Prozent. Auch der operative Gewinn und Arbeitnehmerzahlen stiegen, wenn auch nicht ganz so hoch. „Der ETS schadet nicht der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie“, schlussfolgert die OECD. In keinem EU-Land und keinem Sektor habe es messbare negative Auswirkungen gegeben.

Es sinken nur die Emissionen

Eine Veränderung bewirkte der Emissionshandel dagegen dort, wo er wirken sollte. Unter dem ETS fallende Kraftwerke senkten zwischen 2005 und 2012 ihre Emissionen um zehn bis 14 Prozent, verglichen mit anderen Kraftwerken. Der größte Rückgang wurden ab 2008 verzeichnet, also der zweiten Phase des EU-Emissionshandels, und insbesondere in großen Kraftwerken.

Die Zahlen sind so bemerkenswert, weil der ETS lange Zeit als tot galt, als zwar wichtigstes aber nicht wirksames Klimaschutzinstrument der EU. Schuld waren zu viele Verschmutzungszertifikate und in der Folge zu niedrige Kosten pro ausgestoßener Tonne CO2. In diesem Jahr hat sich der Emissionshandel infolge einer kleinen Reform erholt, der Preis liegt derzeit bei knapp 20 Euro.

Das Potenzial ist da

Das ist noch zu wenig für einen echten Klimaschutzanreiz, sagen Klimaökonomen. Aber sie sind angesichts der eingeschlagenen Richtung vorsichtig optimistisch.

Der neue OECD-Report lässt indes erahnen, welche Potenziale für Klimaschutz und europäische Industrie noch vorhanden sind, wenn der Emissionshandel sich stärker entfaltet und die Verschmutzungsrechte teurer werden. Es wird immer deutlicher: Klimaschutz und Wirtschaft sind vereinbar. cw


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