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Stromverbrauch

Erneuerbare Energien beenden Kohle-Dominanz

Am Braunkohletagebau Garzweiler wird es wohl noch viele Jahre dauern, bis die Kohle-Dominanz gebrochen ist
Am Braunkohletagebau Garzweiler wird es wohl noch viele Jahre dauern, bis die Kohle-Dominanz gebrochen ist. (Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons)

Die Erneuerbaren Energien werden immer wichtiger für die Stromversorgung, jetzt beenden sie die jahrzehntelange Kohle-Dominanz: 38 Prozent unseres Stromverbrauchs decken sie und ziehen mit der Kohle gleich. Die fossilen Energien verlieren an Boden.

06.11.2018 – In den ersten drei Quartalen 2018 deckte Strom aus Wind, Sonne, Biomasse, Wasser und Co. 38 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs. Ein Anstieg um drei Prozent gegenüber 2017. Im Januar, April und Mai waren es sogar bis zu 43 Prozent. Fällt das vierte Quartal durchschnittlich aus, wird auch am Ende des Jahres der Wert von 38 Prozent erreicht sein.

Wind schlägt Erdgas

Damit beenden die Erneuerbaren Energien die Dominanz von Braun- und Steinkohle, die im Vergleich zum Vorjahr sieben Prozent weniger Strom erzeugten. 172 Milliarden Kilowattstunden (kWh) Kohlestrom stehen 170 Milliarden kWh sauberen Stroms gegenüber – Ökostrom hat aufgeholt. Auch Erdgas verzeichnete einen Rückgang von acht Prozent auf 59 Milliarden kWh.

Die stärkste Erneuerbaren-Quelle bleibt nach wie vor die Windenergie an Land, sie überholte dank eines Wachstums von 13 Prozent mit 63 Milliarden kWh den Erdgas-Anteil. Den größten Zuwachs verzeichnete allerdings die Photovoltaik mit 16 Prozent und einer Stromerzeugung von 41 Milliarden kWh. Biomasse blieb mit 34 Milliarden kWh konstant, Wasserkraft verzeichnete aufgrund der lang anhaltenden Dürre in Deutschland einen Rückgang von zehn Prozent auf 13 Milliarden kWh.

Auf der Überholspur

Die Zahlen stammen vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Der Branchenverband der Energiewirtschaft galt einmal als das Sprachrohr der großen Energiekonzerne und hat sich mit der Zeit gewandelt. Entsprechend deutlich ordnete BDEW-Chef Stefan Kapferer die neuesten Zahlen zum Stromverbrauch ein:

„Die Erneuerbaren sind ganz klar auf der Überholspur, während der Beitrag der konventionellen Energieträger zur Deckung des Bruttostromverbrauchs kontinuierlich zurückgeht. Allerdings liegt noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns, um das Ziel von 65 Prozent Erneuerbaren-Anteil bis 2030 zu erreichen. Es muss daher sichergestellt werden, dass beim weiteren Ausbau kein Fadenriss entsteht“

Ein eindeutiger Fingerzeig in Richtung Bundesregierung, die mit ihrer Energie- und Klimapolitik die Energiewende eher bremst statt fördert. Während der Stromsektor Anlass zur Freude gebe, sei in anderen Bereichen noch viel zu tun, betonte Prof. Frithjof Staiß vom ZSW. „Sorgen bereiten allerdings die Sektoren Wärme und Verkehr. Hier müssen wir endlich zu spürbaren Fortschritten kommen.“ Nicht zuletzt wegen drohender Strafzahlungen in Milliardenhöhe durch die EU-Kommission sei es klug, in den Erfolg von Wärme- und Verkehrswende zu investieren. cw


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