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BP und ØrstedGrüner Wasserstoff für die Industrie

Offshore-Windpark in der Nordsee
Offshore-Windpark vom dänischen Unternehmen Ørsted in der Nordsee (Foto: Ørsted / Matthias Ibeler)

BP und Ørsted wollen gemeinsam grünen Wasserstoff im industriellen Maßstab produzieren. Im norddeutschen Lingen soll dafür eine 50 Megawatt Elektrolyse-Anlage entstehen – und mit erneuerbarem Strom von Offshore-Windparks beliefert werden.

13.11.2020 – Der Ölkonzern BP und der dänische Energieerzeuger Ørsted haben Großes vor: Gemeinsam wollen sie die Produktion von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab aufbauen. Dafür ist in einer ersten Phase im Nordwesten Deutschlands, auf dem Gelände der BP Raffinerie in Lingen (Emsland), der Bau einer 50 Megawatt Elektrolyse-Anlage geplant. Den Betrieb soll sie im Jahr 2024 aufnehmen und fortan Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff zersetzen.

Damit der Wasserstoff auch tatsächlich grün ist, liefert Ørsted den benötigten Strom durch Offshore-Windparks aus der Nordsee. Berechnungen zufolge könnten dadurch pro Stunde etwa eine Tonne erneuerbaren Wasserstoffs erzeugt werden. Dadurch ließe sich immerhin ein Fünftel des derzeit in der Raffinerie aus fossilem Erdgas erzeugten Wasserstoffs ersetzen.

Erweiterung auf 150 Megawatt in Planung

Auf dem Weg hin zu einer komplett grünen Erzeugung von Wasserstoff in Lingen soll die Elektrolyse in einer zweiten Phase auf 150 Megawatt erweitert werden. Sobald zukünftig auch synthetischer Kraftstoff produziert wird, etwa für die Luftfahrt, könnte die Elektrolyse-Kapazität am Standort auf über 500 Megawatt hochgefahren werden.

„Dieses gemeinsame Vorhaben ist ein weiterer Meilenstein in der grünen Wasserstoffstrategie von Ørsted“, sagt Volker Malmen, Geschäftsführer von Ørsted Deutschland. „Gleichzeitig ist es unser Beitrag, die deutsche Energiewende voranzutreiben, indem industrielle Prozesse mit erneuerbarem Wasserstoff aus Offshore-Windenergie weiter dekarbonisiert werden.“ Offshore-Windenergie habe das Potenzial, Wasserstoff in industriellem Maßstab zu produzieren und dadurch auch die Kosten deutlich zu senken.

Abgesehen von der umweltfreundlichen Wasserstoffproduktion soll durch das gemeinsame Projekt auch das Elektrolysesystem optimiert werden. Dadurch will man zukünftig eine vollständige Integration in die Raffinerieprozesse ermöglichen. Deshalb soll auch die Nutzung der Hauptnebenprodukte, also Sauerstoff und Überschusswärme, des Prozesses analysiert werden.

Bereits im Juni hatte BP bekanntgegeben, dass sich der Konzern „neu erfinden“ möchte. Und das ist auch dringend nötig, das britische Mineralölunternehmen steckt tief in der Krise. Es soll ein Unternehmen aufgebaut werden, dass „der Welt bei der Energiewende helfen und das Leben der Menschen verbessern kann“, so CEO Bernard Looney. jk


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