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StromverbrauchÖkostromanteil erreicht mit 38 Prozent neuen Rekordwert

38 Prozent des deutschen Stromverbrauchs stammen 2018 aus Erneuerbaren Energien, davon fast die Hälfte von Windrädern.
38 Prozent des deutschen Stromverbrauchs stammen 2018 aus Erneuerbaren Energien, davon fast die Hälfte von Windrädern. (Foto: Karsten Würth (@inf1783), Unsplash)

38 Prozent des deutschen Stromverbrauchs decken mittlerweile Erneuerbare Energien und liegen damit auf Augenhöhe mit Braun- und Steinkohle. Dennoch kommt keine Euphorie auf: Die Bundesregierung bremst und verhindert notwendige Reformen.

19.12.2018 – Ein erfreulicher Rekord, der dennoch nicht ausreicht. So lässt sich die Meldung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zu den neuesten Ökostromzahlen zusammenfassen. Gemeinsam mit dem Forschungsinstitut ZSW hat er eine Prognose für den Stromverbrauch 2018 herausgebracht, die Erneuerbaren Energien können sich demnach um zwei Prozentpunkte auf 38 Prozent steigern. Das sei zwar erfreulich, so Verbandschef Stefan Kapferer. „Allerdings wird das aktuelle Zubautempo nicht ausreichen, um das 65 Prozent-Ziel bis 2030 zu schaffen.“

Den Schätzungen zufolge könnten bis Jahresende 229 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom aus regenerativen Quellen erzeugt werden, davon die Hälfte Windstrom. Windenergie an Land ist mit 94 Mrd. kWh weiterhin die stärkste Erneuerbaren-Quelle, ein Zuwachs um fast sieben Prozent. Meereswindparks steigerten 2018 ihren Ertrag um fast zehn Prozent auf mehr als 19 Mrd. kWh. Biomasse, einschließlich biogenem Siedlungsabfall, konnte nahezu unverändert 52 Mrd. kWh beisteuern. Photovoltaikanlagen verzeichneten mit einem Plus von 18 Prozent und mehr als 46 Mrd. kWh den größten Zuwachs. Aufgrund des sehr trockenen Jahres sank die Stromerzeugung aus Wasserkraft um mehr als 16 Prozent auf knapp 17 Mrd. kWh.

Schöne Zahlen reichen nicht

Schöne Zahlen, aber zu wenig um die von der Bundesregierung gesteckten Ziele einzuhalten – von den internationalen Klimaverpflichtungen ganz zu schweigen. Insbesondere das Vorhaben, bis 2030 einen Ökostrom-Anteil von 65 Prozent zu erreichen, scheint in weiter Ferne. Denn die Bundesregierung hat seit ihrem Amtsantritt noch immer nicht dargelegt, wie dieses Ziel überhaupt erreicht werden soll. Stattdessen zogen sich die Querelen um Sonderausschreibungen für Wind- und Solarenergie monatelang hin.

Herausgekommen ist ein halbseidener Kompromiss und die Sonderausschreibungen für neue Meereswindparks wurden gleich ganz unter den Tisch gekehrt. Wie bei so vielen Themen ist sich die Große Koalition auch bei der Energiewende nicht einig. Statt zielgerichtet den Bau neuer Wind- und Solaranlagen zu erleichtern, kürzt Schwarz-Rot die Förderung für mittelgroße Photovoltaikanlagen und Mieterstrom. Für 2019 sieht es dementsprechend düster aus: Während die gerade wieder genesene deutsche Solarbranche zittert, geht in der Windindustrie die Angst vor Auftragseinbrüchen und Arbeitsplatzverlusten um. cw


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