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Umschulung zum WindkrafttechnikerProjekt bringt Geflüchtete in die Windbranche

Bei dem Unternehmen psm werden vier Flüchtlinge aus Syrien und dem Iran ausgebildet. (Foto: © psm)

Mit dem Umschulungs- und Integrationsprojekt „Empower Refugees“ bringen vier Windenergie-Unternehmen gemeinsam mit einem Ausbildungszentrum Geflüchtete in den Arbeitsmarkt. Als Servicetechniker sollen sie die Branche zukünftig unterstützen.

17.05.2018 – Ähnlich wie in vielen Branchen, herrscht zurzeit auch im Windsektor ein akuter Fachkräftemangel. Das Umschulungsprojekt „Empower Refugees“ soll deshalb mit der Ausbildung neuer Fachkräfte für Entlastung sorgen und gleichzeitig  bei ihrer Integration helfen. Geflüchtete mit entsprechenden Vorkenntnissen erhalten dabei die Möglichkeit, eine Ausbildung zum staatlich anerkannten Facharbeiter „Industrieelektriker Betriebstechnik (IHK) für die Windenergie“ zu absolvieren. Vier Unternehmen aus dem Service- und Wartungssektor der Windbranche haben dafür insgesamt zwölf Geflüchtete aufgenommen. Begleitet wird die Umschulung von dem anerkannten Aus- und Weiterbildungszentrum Kraftwerksschule.

Dabei spielt nicht nur die Schaffung einer besseren Perspektive auf dem Arbeitsmarkt eine Rolle. Das Projekt soll auch bei der Integration der Geflüchteten in die Gesellschaft helfen. Da die Teilnehmer aus sehr unterschiedlichen Regionen und Ländern kommen, werden die Bildungsmaßnahmen durchgehend von Sozialpädagogen begleitet, um auch Sprache und Kultur ausreichend berücksichtigen zu können.

Testbesteigung einer Windkraftanlage

Eines der am Projekt beteiligten Unternehmen ist die psm Nature Power Service & Management GmbH aus dem nordrhein-westfälischen Erkelenz. Da die eigentliche Umschulung erst im August beginnt, absolvieren vier Geflüchtete dort zurzeit ein Praktikum. Dabei sollen sie bereits erste Erfahrungen bei Inspektionen und der Instandhaltung von Windenergieanlagen sammeln. Ihre Höhentauglichkeit haben die zwölf Teilnehmer bereits bei einer Testbesteigung einer Windkraftanalage unter Beweis stellen müssen. Außerdem haben sie bereits an einer Schulung zum Thema Arbeitsschutz teilgenommen.

In Deutschland richtig Fuß fassenHossein Mowludi ist gebürtiger Iraner und einer der insgesamt zwölf Teilnehmer. Er freut sich sehr über die Chance „in Deutschland richtig Fuß zu fassen“, sagt er gegenüber psm. Er sei von seinen Kollegen in Erkelenz mit offenen Armen empfangen worden. Auch nach seinem Praktikum und der Umschulung soll für Mowludi der Weg bei psm nicht zu Ende sein. Teil des Empower-Refugee-Konzeptes ist nämlich auch ein „Letter of Intent“. Dieser besagt, dass die Teilnehmer nach erfolgreichem Abschluss ihrer Umschulung von allen vier teilnehmenden Unternehmen in eine Festanstellung übernommen werden sollen.

Für den psm-Geschäftsführer Ian Paul Grimble entfaltet das Projekt damit sogar einen Doppelnutzen. Den Geflüchteten werde durch die Schaffung einer Perspektive nicht nur bei der Integration geholfen, man gewinne im Unternehmen zusätzlich auch noch qualifizierte Nachwuchskräfte.

Mitte August beginnt im Rahmen des Projekts „Empower Refugees“ die Umschulung, die sich sowohl aus einem theoretischen Teil bei der Kraftwerksschule als auch aus einer innerbetrieblichen Ausbildung bei den Unternehmen zusammensetzt. Zum Abschluss werden die Teilnehmer dann 16 Monate später eine theoretische sowie praktische Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ablegen. Ist diese erfolgreich, erhalten die Geflüchteten ihr Zertifikat als Industrieelektriker Fachrichtung Betriebstechnik. jk


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