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Tagebau Hambach

RWE drosselt Braunkohleförderung um ein Drittel

Schaufelradbagger im RWE-Braunkohletagebau Hambach
Schaufelradbagger im RWE-Braunkohletagebau Hambach. (Foto: Clemens Weiß)

Nach dem vorläufigen Verbot der Rodung des Hambacher Waldes will RWE nun die Braunkohleförderung im Tagebau herunterfahren. 10 bis 15 Millionen Tonnen jährlich könnten weniger gefördert und verbrannt werden – eine gute Nachricht für den Klimaschutz.

10.10.2018 – Entsprechend reduzieren würde sich auch die Stromerzeugung in den Braunkohlekraftwerken Neurath und Niederaußem – um 9 bis 13 Terawattstunden, teilte RWE auf Anfrage des Spiegels mit. Die beiden Anlagen zählen zu den schmutzigsten Kraftwerken Europas. In Neurath werden derzeit 18 Millionen Tonnen Braunkohle pro Jahr aus dem Tagebau Hambach verfeuert, in Niederaußem 10 Millionen Tonnen.

Keine Stilllegung geplant

Dass RWE weniger Braunkohle fördern und verbrennen kann, ist eine gute Nachricht für den Klimaschutz – erwirkt von einem Gericht und nicht von der Politik. Dabei ist klar: Die Versorgungssicherheit ist nicht in Gefahr, das hatten die Richter am Oberverwaltungsgericht in Münster bestätigt.

Laut Spiegel hofft RWE, den Tagebau Hambach durch die reduzierte Fördermenge noch rund ein Jahr offen zu halten. Eine komplette Stilllegung sei allerdings nicht geplant. Man müsse das Gerichtsverfahren abwarten, sagte ein Konzern-Sprecher. „Wir hoffen, dass das schnell kommen wird, gehen aber davon aus, dass dies bis möglicherweise Ende 2020 dauern kann.“

Wird so viel Kohle gebraucht?

Ein neues Gutachten des Instituts für Zukunftsenergie- und Stoffstromsysteme (IZES) im Auftrag der Grünen Bundestagsfraktion bringt RWE zusätzlich in Bedrängnis. Demnach wird für einen Kohleausstieg bis 2040 – wie ihn RWE-Chef Rolf-Martin Schmitz favorisiert – nur noch 700 Millionen Tonnen Braunkohle benötigt. Der Rahmenbetriebsplan der NRW-Landesregierung und RWE sieht dagegen den Abbau von 2,3 Milliarden Tonnen vor. Ein gewaltiger Unterschied.

Die Forscher haben zudem ausgerechnet: Sollte schon 2030 Schluss sein mit der Kohle, müssten nur noch 436 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert werden. RWE wies die Studie zurück, einige Annahmen seien nicht nachvollziehbar. Zwar handelt es sich nur um Hochrechnungen auf Grundlage des bisherigen Kohleverbrauchs und einige Zahlen beruhen auf Schätzungen. Diese seien aber mit Aussagen des Konzerns zu technischen Details abgeglichen worden, betonen die Autoren der Studie. cw


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