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DIW BerlinSolarenergie schafft Stromzugang im globalen Süden

Hütte mit Solarpanel in Afrika
Immer mehr Haushalte erhalten durch den Einsatz dezentraler Solarsysteme auch in ländlichen Regionen einen Stromanschluss. (Foto: teresa cotrim auf Pixabay)

Dezentrale Solarsysteme elektrifizieren auf der ganzen Welt ländliche Gebiete – kostengünstig und unkompliziert. Trotzdem leben weltweit noch immer 770 Millionen Menschen ohne Strom. Aktuelle Fallstudien zeigen, wo die Elektrifizierung gelingt.

27.11.2020 – Die Elektrifizierung in Entwicklungs- und Schwellenländern schreitet aufgrund der Erneuerbaren Energien immer schneller voran. So können Haushalte durch den Einsatz dezentraler Solarsysteme inzwischen auch in ländlichen Regionen einen Stromanschluss erhalten. Trotzdem müssen heutzutage noch immer 770 Millionen Menschen auf der ganzen Welt ohne Strom auskommen – vor allem in weiten Teilen Afrikas und in Südasien sowie Südamerika. Das sind immerhin eine Viertelmilliarde weniger als im Jahr 2016.

Unter welchen Voraussetzungen sich die Elektrifizierung besonders gut entwickelt, haben Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) sowie der Technischen Universität (TU) Berlin untersucht. Dafür griffen sie auf Fallstudien aus Bangladesch, Jemen, Kenia und Nigeria zurück.

Dezentrale Solarenergie günstigste Option zur Elektrifizierung

Der große Fortschritt der Elektrifizierung ist demnach vor allem auf den vermehrten Einsatz von dezentralen Solarsystemen zurückzuführen. „Technischer Fortschritt und ein erheblicher Kostenrückgang haben im vergangenen Jahrzehnt dazu geführt, dass dezentrale Solarenergie vielerorts eine günstige Option zur Elektrifizierung ist, mit denen insbesondere die abgelegenen ländlichen Gebiete erreicht werden können“, sagt Studienautor Christian von Hirschhausen.

Trotz aller Fortschritte bei der weltweiten Elektrifizierung bleibt die Kluft zwischen städtischen und ländlichen Gebieten groß. So hat zum Beispiel in Subsahara-Afrika nur jeder Dritte auf dem Land lebende Mensch einen Zugang zu Strom. Im urbanen Raum sind es dagegen mehr als doppelt so viele. Das liegt in erster Linie daran, dass das öffentliche Stromnetz viel leichter und kostengünstiger erweitert werden kann, wenn die Bevölkerungsdichte hoch ist. Auf dem Land sind die Menschen deshalb viel eher auf dezentrale Lösungen angewiesen.

Besonders in Bangladesch und Kenia sind Erfolge sichtbar. In diesen beiden Ländern seien politisch die richtigen Rahmenbedingungen für Erneuerbare Energien geschaffen worden, heißt es in der DIW-Analyse. Durch unterschiedliche Finanzierungs- und Bezahlmodelle hätten sich auch ärmere Haushalte die Investitionen in dezentrale Solarsysteme leisten können.

Jedoch zeigen andere Beispiele, dass selbst mit den entsprechenden Bezahlmodellen der Einsatz von Erneuerbaren Energien nicht unbedingt garantiert werden kann. So werden in Nigeria aufgrund des schwachen institutionellen Umfelds nach wie vor Dieselgeneratoren bevorzugt.

Bürgerkrieg im Jemen macht Solarenergie essenziell

Im Jemen hat der Bürgerkrieg hingegen dazu geführt, dass die Solarenergie zur wichtigsten Stromquelle aufgestiegen ist. Die konventionelle Elektrizitätsinfrastruktur wurde stark beschädigt und dezentrale Lösungen dringend benötigt. Bisher ist diese Form des Einsatzes Erneuerbarer Energien nur ein „Retter in der Not“, der nun von der Regierung weiter unterstützt werden muss, damit dies auch langfristig so bleibt.

„Dezentrale Erneuerbare Energien sind eine echte Alternative geworden, sowohl im Globalen Süden als auch bei uns“, sagt Studienautorin Claudia Kemfert. Insgesamt können die richtigen regulatorischen Rahmenbedingungen zusammen mit einem entsprechenden Finanzierungssystem für die ärmere Bevölkerung die Elektrifizierung durch Erneuerbare Energie effizient und schnell vorantreiben. jk

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