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Klimaneutralität bis 2050Traditionelle Energieversorger hängen an fossilen Quellen

Qualmende Kohlekraftwerke
Weltweit richten die konventionellen Energieunternehmen ihre Strategien nur langsam oder gar nicht auf Erneuerbare aus. (Foto: Pxhere / CCO 1.0)

Die Oxford University hat die Aktivitäten von 3.000 Energieversorgern in der ganzen Welt untersucht. Demnach halten die meisten Unternehmen an ihren konventionellen Geschäftsmodellen fest und setzten auf fossile Brennstoffe.

07.09.2020 – Eine Studie der Oxford University zeigt eine beunruhigende Kluft zwischen den notwendigen und tatsächlichen Veränderungen im Energiesektor. „Obwohl einzelne Energieversorger kräftig in Erneuerbare Energien investieren, vollzieht der Sektor insgesamt den Übergang zu sauberer Energie nur langsam oder gar nicht“, so fasst Studienautorin Galina Alova die Ergebnisse zusammen.

Zum ersten Mal wurden die Strategien und Investments von Stromversorgungsunternehmen weltweit betrachtet. Mit einem maschinellen Verfahren analysierten die Forscherinnen und Forscher die Aktivitäten von mehr als 3.000 Unternehmen in den letzten zwei Jahrzehnten.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass nur zehn Prozent der Unternehmen ihre Kapazitäten in Erneuerbaren Energien schneller ausbauen als ihre gas- oder kohlebefeuerten Kapazitäten. Parallel investierten viele dieser Unternehmen zu den Erneuerbaren Energien auch weiterhin in fossile Brennstoffe, wenn auch langsamer.

75 Prozent der Firmen unternehmen gar keine Anstrengungen

Drei Viertel der Versorgungsunternehmen haben ihre Portfolios gar nicht erweitert. Von den übrigen 25 Prozent der Unternehmen bevorzugte die Hälfte den Ausbau von Gaskraftwerken, eine Handvoll erweiterte die Kohlekapazitäten, der Rest räumte den Erneuerbaren Energien den Vorrang ein. Auffallend ist, dass von der letzteren Gruppe 60 Prozent gleichzeitig ihr Portfolio an fossilen Brennstoffen erweiterten. Die weltweite konventionelle Energiewirtschaft als träge zu bezeichnen, ist eine Untertreibung.

Weltweit herrscht Konsens darüber, dass ab 2050 das Ziel der Klimaneutralität erreicht werden soll, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden. Das ist ohne den kompletten Verzicht auf fossile Brennstoffe nicht möglich. Dennoch halten die Energieversorger an ihren konventionellen, von fossilen Brennstoffen dominierten Aktivitäten fest. Während unabhängige Stromerzeuger bei der Entwicklung Erneuerbarer Energien voranschreiten, hinken die traditionellen Versorgungsunternehmen hinterher.

„Unternehmen, die weiter in Fossile investieren, riskieren gestrandete Vermögenswerte und untergraben die weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels“, warnt Alova. pf


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