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Aktuelle Studie

Warum Braunkohlearbeiter keine Entlassungen fürchten müssen

Braunkohletagebau Inden im Rheinischen Braunkohlerevier mit Schaufelradbagger
Der Braunkohletagebau Inden im Rheinischen Braunkohlerevier ist voraussichtlich 2030 ausgekohlt. (Foto: © x2mirko / flickr.com, CC BY 2.0)

Die Braunkohleindustrie hat ein Demografie-Problem und das ist ausnahmsweise mal eine gute Nachricht. Bis 2030 werden fast zwei Drittel der Braunkohlearbeiter in Rente gehen, analog zum Strukturwandel. Es ist eine große Chance für den Kohleausstieg.

25.07.2018 – Die Kohlekommission verhandelt noch bis Ende des Jahres einen Ausstiegsplan aus der Kohle und die Braunkohlereviere am Rhein, in Mitteldeutschland und in der Lausitz wird es am stärksten betreffen. Viele der etwa 20.800 Beschäftigten in den Tagebauen und Kraftwerken fürchten die Entscheidungen in Berlin, Politiker und Kohlekonzerne warnen vor Entlassungen. Eine neue Studie des Öko-Instituts im Auftrag des Umweltbundesamts sendet nun Zeichen der Entwarnung.

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten ist über 50 Jahre alt und bis zum Ende der Braunkohle längst in Rente. Die Berechnungen zeigen: Die bereits beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen führen dazu, dass im Jahr 2030 mit 14.500 etwa 30 Prozent weniger Menschen in der Braunkohleindustrie arbeiten. Will die Bundesregierung ihren Klimaschutzplan umsetzen, müssen bis zu diesem Jahr 62 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden. Hierfür müssen die Braunkohlekapazitäten von derzeit 21 Gigawatt im Jahr 2015 auf 9 Gigawatt 2030 sinken. Dann würden nur noch 8.000 Personen im Braunkohlesektor arbeiten.

Altersstruktur spielt in die Hände

Und hier kommt die Altersstruktur der Beschäftigten ins Spiel: Der anstehende Strukturwandel, also der Rückgang der Braunkohlejobs, gehe weitgehend Die Zahlen zeigen, dass die Altersstruktur der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie den Klimaschutzplänen Deutschlands entgegenkommt.entlang der natürlichen Altersgrenzen, schreiben die Autoren. Im Klartext heißt das: Bis 2030 werden ohnehin zwei Drittel der Arbeiter in den Ruhestand gehen, das sind sogar noch etwas mehr Beschäftigte als für den Klimaschutz Arbeitsplätze abgebaut werden müssen.

„Die Gefahr zahlloser Kündigungen ist sehr gering“, fasst Hauke Hermann von Öko-Institut für das Autorenteam zusammen. „Die Zahlen zeigen, dass die Altersstruktur der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie den Klimaschutzplänen Deutschlands entgegenkommt.“

Große Chance für die Akzeptanz

Somit ergibt sich eine große Chance für die Akzeptanz des Kohleausstiegs in den betroffenen Regionen – wenn alle Parteien ehrlich mit Fakten, Chancen und Risiken umgehen. Die positiven Nachrichten können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kohle-Arbeitsplätze nicht wiederkommen oder automatisch durch andere ersetzt werden. Zwar werden kaum Menschen entlassen und zusätzlich einige Jobs für weitere Jahrzehnte für Rückbau und Rekultivierung ausgedienter Tagebaue notwendig sein – die Wertschöpfung, Braunkohle-Zuliefererbetriebe und daran gekoppelte Arbeitsplätze fallen dennoch weg. Die Kohlekommission und insbesondere die Politik müssen deshalb umfangreiche Zukunftspläne zur wirtschaftlichen Entwicklung für die Reviere entwickeln. cw


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