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SolarausschreibungenErste Ausschreibung für PV-Dachanlagen überzeichnet

Solaranlage auf einem Gewerbedach
Zum ersten Mal wurden Vergütungen für große PV-Dachanlagen über eine Ausschreibung ermittelt. (Foto: AleSpa auf Wikimedia / CC BY-SA 3.0)

Die Ergebnisse der aktuellen Ausschreibungsrunde für Solaranlagen zeigen, dass deutlich mehr Projekte gebaut werden könnten als die Mengenbegrenzung zulässt. Erstmals wurden große Dachanlagen über eine Ausschreibung bezuschlagt. Der Andrang war groß.

15.07.2021 – Das EEG 2021 führte ein neues Ausschreibungssegment für große PV-Dachprojekte ein. Projekte ab 300 Kilowatt Leistung auf Dächern und Lärmschutzwänden können sich ab diesem Jahr in Ausschreibungen um einen Zuschlag bewerben. Die Bieter bewerben sich mit einem konkreten Preis, zu dem der künftig erzeugte Strom vergütet werden soll. Das sorgt für Wettbewerb und niedrige Vergütungszahlungen, weil die Gebote mit dem niedrigsten Preis bis zur Ausschöpfung des vorher festgelegten Volumens zuerst bezuschlagt werden. Die Neuregelung für PV-Dachanlagen hatte für viel Kritik gesorgt – der stetige gewachsene PV-Zubau auf Gewerbedächern droht damit nach Meinung von Branchenvertretern ausgebremst zu werden. Auch Handel und Industrie hatten die Regelung kritisiert.

Zwar können PV-Dachanlagen zwischen 300 bis 750 Kilowatt Leistung nach wie vor auch ohne Ausschreibung gebaut werden, sie verlieren dann aber die Hälfte der jeweils geltenden festen Vergütung. Die bereits seit 2017 bestehende generelle Ausschreibungspflicht für Projekte ab 750 Kilowatt Leistung besteht indes weiter, allerdings müssen die Projekte nun nicht mehr mit Projekten in der Freifläche konkurrieren.

Ausschreibung für PV-Dachanlagen deutlich überzeichnet

Jetzt hat die Bundesnetzagentur die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde für Solarprojekte des sogenannten zweiten Segments bekannt gegeben. Wie erwartet war das Leistungsvolumen der Gebote höher als die ausgeschriebene Menge.  Ein Volumen von 150 Megawatt war ausgeschrieben, 168 Gebote mit einem Volumen von 213 Megawatt hatten sich beworben. Damit ergab sich eine deutliche Überzeichnung. 114 Gebote mit einem Umfang von 152 Megawatt wurden bezuschlagt. 

Regional betrachtet verteilen sich die Zuschläge mehrheitlich auf Gebote in Sachsen-Anhalt (34 Megawatt verteilt auf 21 Zuschläge), Brandenburg (30 Megawatt auf 29 Zuschläge) und Niedersachsen (29 Megawatt auf 22 Zuschläge). 

Die Zuschlagswerte der bezuschlagten Gebote reichen von 5,35 bis 7,89 Cent pro Kilowattstunde. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt bei 6,88 ct/kWh.

In der Freifläche doppelt so viel Gebote wie vorhandenes Volumen

In der Solarausschreibung des ersten Segments können Bieter Gebote für Freiflächenanlagen größer 750 Kilowatt abgeben.  In der jetzigen Runde wurden 242 Gebote mit einem Umfang von 1.130 Megawatt eingereicht. Die ausgeschriebene Menge von 510 MW war damit erneut sehr deutlich überzeichnet. Das heißt, de facto haben Projektierer doppelt so viele Projekte in der Pipeline, wie durch die Mengenbegrenzung gebaut werden können.

Insgesamt erhielten 95 Gebote für eine zu errichtende Solarleistung von 513 Megawatt einen Zuschlag. Der größte Anteil des bezuschlagten Volumens geht – geografisch gesehen - an Gebote für Standorte in Bayern (52 Zuschläge, 233 Megawatt). 

Nach Flächenkategorien betrachtet ergibt sich folgendes Bild: 34 der bezuschlagten Gebote mit einem Umfang von 223 Megawatt entfallen auf Acker- und Grünlandflächen, wobei auch die meisten Zuschläge an Gebote für Flächen in Bayern gehen (26 Zuschläge, 154 Megawatt). 

Die ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 4,69 und 5,09 Cent pro Kilowattstunde. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert liegt in dieser Runde bei 5,00 ct/kWh und damit leicht unter dem der Vorrunde von 5,03 ct/kWh. pf


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