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EEG 2021Rückenwind für Agri-Photovoltaik

Agrophotovoltaik-Pilotanlage in Heggelbach am Bodensee
Die Agrophotovoltaik-Pilotanlage in Heggelbach am Bodensee kombiniert Strom- und Nahrungsmittelproduktion. (Foto: © Fraunhofer ISE)

Das am 19. Mai vom Bundeskabinett verabschiedete Verordnungspaket zur Umsetzung des EEG bringt Verbesserungen für die Agri-Photovoltaik. Ausschreibungsmengen werden erhöht und die Flächenkulisse erweitert.

22.05.2021 – Die Agri-Photovoltaik, kurz Agri-PV, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie verknüpft Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte mit der Solarstromproduktion auf ein und derselben Fläche und ermöglicht eine Doppelernte. Allerdings ist die noch junge Technik in Deutschland bisher noch nicht aus der Nische gekommen, unter anderem wegen der noch hohen Investitionskosten.

Doch nun gibt es Rückenwind über die im EEG 2021 verankerte Innovationsausschreibungen. In ihrem Rahmen werden im Frühjahr 2022 erstmals auch Agri-PV Anlagen, schwimmende PV-Anlagen und PV-Überdachungen für Parkplätze gefördert. Am 19. Mai verständigte sich das Bundeskabinett darauf, das ursprünglich vorgesehene Ausschreibungsvolumen von 50 Megawatt (MW) auf 150 MW aufzustocken. Förderfähig sind Anlagen mit einer installierten Leistung von 100 Kilowatt bis 2 MW.

Zudem erweitert das vom Bundeskabinett verabschiedete Verordnungspaket zur Umsetzung des EEG 2021 die Flächenkulisse für Agri-PV-Anlagen. Sie werden im Zuge der Innovationsauschreibungen künftig auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen für mehrjährige Kulturen und Dauerkulturen gefördert.

Großes Potenzial im Obstanbau – Schutz vor Extremwetter

Dies schließt auch Flächen mit ein, auf denen Obst angebaut wird. Ursprünglich war nur vorgesehen, Agri-PV auf Ackerflächen zu fördern. Der Deutsche Bauernverband (DBV), das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) und mehrere Bundesländer waren gegen diese Flächenbegrenzung Sturm gelaufen.

„Insbesondere für die Anwendung im Obstbau und bei Sonder- und Dauerkulturen sehen wir großes Potenzial“, unterstreicht Udo Hemmerling, Stellvertretender Generalsekretär des DBV. Obst, Beeren und Wein müssten etwa oft vor Hagel, Starkregen, Frost und Sonnenbrand geschützt werden. Solarmodule könnten hier ohnehin bestehende Strukturen wie Hagelschutzsysteme oder Folientunnel ersetzen.

Nicht durchsetzen konnten sich DBV und Fraunhofer ISE allerdings mit ihrer Forderung, Agri-PV-Anlagen künftig bei Ausschreibungen auf allen landwirtschaftlichen Nutzflächen, also auch Wiesen und Weiden, zu fördern.

BDEW fordert höhere Ausschreibungsmengen

Zudem plädieren die Freiburger Solarforscher und der Bauernverband für jeweils eigene Kontingente für Agri-PV, für schwimmende Solaranlagen und für solche auf Parkflächen. Denn bisher gebe es in Deutschland noch keine Erfahrungswerte über die genauen Kosten der drei Technologien. Zu befürchten sei deshalb, dass die Agri-PV unter den derzeitigen Ausschreibungsbedingungen leer ausgehe.

Weitergehende Wünsche hat auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Er plädiert dafür, die jährlichen Ausschreibungsmengen für besondere Solaranlagen im Zuge der Innovationsausschreibungen auf 250 MW zu erhöhen und Anlagen mit einer Leistung von bis zu 30 MW zu fördern. Um Skalierungseffekte für die Agri-PV zu heben, mahnt BSW-Chef Carsten Körnig auch für die Folgejahre regelmäßige Auktionen mit einem aufwachsenden Volumen an.

Das EEG-Verordnungspaket muss nun noch vom Bundestag beschlossen werden. Bis Oktober 2021 muss die Bundesnetzagentur die Anforderungen für die Agri-PV für die erste Innovationsausschreibung festlegen. Die Gebote müssen zum 1. April 2022 abgegeben werden. hcn


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Kommentare

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Wilhelm Hovestadt 10.06.2021, 19:50:24

Hallo,

möchte die Neuanlage von Obstkultur mit Agri Photovoltaik kombinieren, wer kann mir weiter helfen?

VG aus Warendorf

Wilhelm Hovestadt


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