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ÖsterreichAb 2023 keine Gasheizungen mehr in Neubauten

Skyline von Wien mit Riesenrad
In Österreich ist das Aus für Gasheizungen eingeläutet. (Foto: Gerhard Bögner auf Pixabay)

Österreichs Regierung will schneller aus fossiler Wärme aussteigen. Bereits ab 2023 dürfen in Neubauten keine Gasheizungen mehr verbaut werden. Kaputte Öl- und Gasheizungen müssen durch Erneuerbare Heizsysteme ersetzt werden.

20.06.2022 – Österreich hat sich für einen deutlich schnelleren Abschied vom Gas in der Raumwärme entschieden. Im Erneuerbaren-Wärme-Gesetz (EWG) ist der Pfad für den Ausstieg aus fossilen Heizungen bis ins Jahr 2040 festgeschrieben. Ursprünglich galt 2025 als Ausstiegsdatum für Gasheizungen im Neubau. Nun sollen bereits ab 2023 in Neubauten keine Gasheizungen mehr verbaut werden. Für bereits genehmigte, fertig geplante und in Errichtung befindliche Gebäude soll es Ausnahmen geben.

„Jede Gasheizung, die wir loswerden, ist ein Schritt raus aus der Abhängigkeit von russischem Gas. Jede Wohnung und jedes Haus, das wir mit nachhaltigen Heizungen warm halten, macht uns freier und weniger erpressbar. Darum ist ab 2023 Schluss mit Gasheizungen im Neubau“, sagte Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Die Grünen).

Bis 2040 müssen alle Gasheizungen in Österreich durch ein modernes, erneuerbares Heizsystem ersetzt oder mit biogenem Gas betrieben werden. Bei dezentralen Anlagen (Gasetagenheizungen in Wohnungen) in Gebieten mit ausgebauter Fernwärme soll bis spätestens 2040 umgestellt werden. Eigentümer:innen der einzelnen Wohnungen soll der Anschluss an ein klimafreundliches zentrales Wärmeversorgungssystem ermöglicht werden

Kaputte Öl- und Kohleheizungen durch erneuerbare Systeme ersetzen

Bereits seit 2020 sind Öl- und Kohleheizungen im Neubau verboten. Für sie soll nun ab 2023 auch ein Reparaturverbot gelten. Sind sie kaputt, sollen sie nur durch erneuerbare Heizsysteme ersetzt werden. Besonders alte Kohle- und Ölheizungen, die vor 1980 errichtet wurden, sollen ab 2025 verbindlich getauscht werden. Bis 2035 sollen alle alten Kohle- und Ölheizungen in Österreich durch ein modernes, erneuerbare Heizsystem ersetzt werden.

Der Heizungstausch wird mit Förderungen unterstützt. Schon heute gibt es in Österreich beim Umstieg von alten Öl- und Gasheizungen vom Bund 7.500 Euro. Im mehrgeschossigen Wohnbau wird der Umstieg bis zur Hälfte der Kosten gefördert. Hinzu kommen die Förderungen der Bundesländer. Menschen mit besonders geringem Einkommen bekommen sogar bis zu 100 Prozent der Kosten gefördert. Dieses Programm soll auf den mehrgeschossigen Wohnbau ausgeweitet werden.

Derzeit heizen noch etwa 11.000 Haushalte in Österreich mit Kohle, rund 550.000 Haushalte mit Öl und rund eine Million Haushalte mit Gas. Die meisten Gasheizungen gibt es in Wien (345.000), gefolgt von Niederösterreich (276.700), Oberösterreich (115.300), der Steiermark (49.900), Tirol (47.400) und dem Burgenland (39.000). Vom gesamten Gasverbrauch wird fast ein Viertel an fossilem Gas in der Raumwärme eingesetzt – das sind etwa 20 Terrawattstunden im Jahr. Zu aktuellen Marktpreisen verursacht der Import dieser Menge Gas (80 Prozent aus Russland) Kosten in Höhe von etwa 2 Milliarden Euro pro Jahr.

Für Deutschland gilt: Ab Januar 2024 soll jede neue eingebaute Heizung zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden, wobei diese aus dem Koalitionsvertrag stammende Formulierung im Entlastungspaket der Bundesregierung mit dem Wörtchen möglichst relativiert wurde. Die Gesetzesgrundlage dazu fehlt noch – sie soll im Gebäudeenergiegesetz (GEG) geschaffen werden. pf

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