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Auslaufende FörderungWeiterbetrieb alter Windparks entlastet EEG-Konto

Windkraftanlage im Nebel
Ab 2021 fallen die ersten älteren Windparks aus der EEG-Förderung und könnten so zu einem wichtigen Kostenfaktor werden. (Foto: Abigail Lynn auf Unsplash)

Ab 2021 fallen die ersten älteren Windparks aus der EEG-Förderung. Sie könnten dadurch zu einem wichtigen Kostenfaktor werden. Gegenüber einem Ersatz durch neue Windparks kann ihr Weiterbetrieb bis Ende 2026 bis zu 1,6 Milliarden Euro einsparen.

19.02.2019 – Ab 2021 wird die EEG-Vergütung für tausende ältere Windkraftanlagen enden. Schon vor Jahren warnte man deshalb davor, dass die Energiewende um Jahre zurückgeworfen werden könnte, wenn die Altanlagen massenweise vom Netz gehen sollten. Aktuelle Berechnungen zeigen nun, dass ihr Weiterbetrieb gegenüber dem Ersatz durch neue Windparks auch noch 1,6 Milliarden Euro einsparen würde. Das belegen Zahlen des Öko-Energieversorgers NATURSTROM, der hierfür Daten der Übertragungsnetzbetreiber, der Bundesnetzagentur und aus aktuellen Studien ausgewertet hat.

„Jedes alte Windrad, das ab 2021 ohne technische Notwendigkeit stillgelegt wird, führt zu vermeidbaren Kosten für die Allgemeinheit. Denn es erhöht den Investitionsbedarf in neue Anlagen“, erläutert Oliver Hummel, Vorstand von NATURSTROM. So stehen tausende Windmüller vor der Frage, ob sie ihre alten Anlagen auch ohne EEG-Vergütung weiterbetreiben sollen.

Repowering nicht immer möglich

Zum 1. Januar 2021 fallen Windräder mit einer Leistung von rund 4.000 Megawatt, die vor 20 Jahren oder früher in Betrieb genommen wurden, aus der EEG-Förderung heraus. Von da an werden jährlich tausende Anlagen folgen – bis 2026 wird dies rund 30 Prozent der aktuell installierten Windenergie-Leistung betreffen. In vielen Fällen wird ein Repowering, also der Ersatz durch neue Anlagen am selben Standort unter kostensenkender Nutzung der bestehenden Netzinfrastruktur, aufgrund geänderter Abstandsregelungen und anderer Bestimmungen nicht möglich sein.

Funktionstüchtige Altanlagen produzieren im Schnitt sehr günstig sauberen Strom„Funktionstüchtige Altanlagen produzieren im Schnitt sehr günstig sauberen Strom“, so NATURSTROM-Vorstand Hummel. „Für die Energiewende, aber auch für jeden einzelnen Stromkunden ist es daher am besten, wenn sich alte Windräder noch ein paar Jahre weiterdrehen. Sie gegen Neuanlagen auszutauschen, erhöht die Kosten für das EEG-System.“

Einsparpotenzial: 1,6 Milliarden Euro

Wie hoch der Einspareffekt des Weiterbetriebs sein kann, hat NATURSTROM anhand der Erlösanforderungen von alten und neu zu errichtenden Windenergieanlagen berechnet. In einem Wort-Case-Szenario, das von der Stilllegung aller Altanlagen ausgeht, würde die Erzeugung der wegfallenden Windstrommengen durch neu zu errichtende Anlagen in den Jahren 2021 bis 2026 insgesamt knapp 1,6 Milliarden Euro mehr kosten als günstigstenfalls durch die Altanlagen.

Als Basis für die Erlösanforderungen neu zu errichtender Anlagen wurden die Ergebnisse der drei Onshore-Ausschreibungsrunden 2018 herangezogen, die Erlösanforderungen der Altanlagen liefert eine Studie der Deutschen WindGuard im Auftrag des BWE. Kombiniert wurden diese Daten mit Informationen der Übertragungsnetzbetreiber zum Anlagenbestand sowie mit Annahmen zum durchschnittlichen Weiterbetriebszeitraum und zur Anzahl der Volllaststunden von Altanlagen, ebenfalls publiziert in einer Studie der Deutschen WindGuard.

Die Schere schließt sich

„Der Worst Case wird nicht eintreten, da sind wir uns ziemlich sicher“, so Hummel. „Der Marktwert des Windstroms an der Strombörse hat sich 2018 deutlich erholt. Damit verringert sich die Diskrepanz zu den Erlösanforderungen von Neuanlagen – die Schere schließt sich. Steigende Börsenstrompreise werden zudem auch etliche Altanlagenbetreiber dazu motivieren, ihre Anlagen doch noch weiter laufen zu lassen.“

Trotzdem werde auch der Weitertrieb alter Anlagen in vielen Fällen kein Selbstläufer sein. Zusätzlich ist es nicht nur für den einzelnen Anlagenbetreiber wirtschaftlich relevant, was mit den Anlagen nach 2021 geschehen wird, sondern auch für die Allgemeinheit. Selbst wenn sich bei hohen Börsenstrompreisen wie im Dezember 2018 die Schere zwischen alten und neu zu bauenden Anlagen ein Stück weit schließt, bliebe bei Stilllegung der Altanlagen im Betrachtungszeitraum bis 2026 eine Differenz von über 900 Millionen Euro. tl/jk


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