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Es geht um viel mehr als Klimaschutz

Karikatur von Gerhard Mester zum Klimawandel, 2013. (Bildquelle: © Gerhard Mester Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V / CC BY-SA 4.0 Wikimedia.Commons. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Karikatur_von_Gerhard_Mester_zum_Thema_Klimawandel_gibt
Karikatur von Gerhard Mester zum Klimawandel, 2013. (Bildquelle: © Gerhard Mester Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V / CC BY-SA 4.0 Wikimedia.Commons. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Karikatur_von_Gerhard_Mester_zum_Thema_Klimawandel_gibt_es_nicht_O12816.jpg)

Ob und wie das Klimaabkommen in Paris der Startschuss für eine globale Transformation werden könnte, darüber diskutierten in dieser Woche Experten im Auswärtigen Amt. Die politischen Herausforderungen sind enorm und klimaökonomische Fragen im Fokus.

14.11.2015 – Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen stand das Ziel, vom Pariser Gipfel ein klares Signal aller Staaten auszusenden, die 2-Grad-Obergrenze einzuhalten. Um das überhaupt noch zu schaffen, wäre ein enormes Tempo an Veränderungen und entsprechenden Maßnahmen notwendig. Die Teilnehmer diskutierten die Frage, wie der notwendige Transformationsprozess hin zu einer kohlenstoffarmen Weltwirtschaft befördert werden kann.

Im Vordergrund der Diskussionen steht die Forderung nach Reduzierung der Treibhausgase weltweit. Die globale Erwärmung löst jetzt schon Kettenreaktionen aus etwa in Form von Unwettern, Überschwemmungen, Trockenheiten und fatalen Folgen auch für die betroffenen Menschen. „Bei der weltweiten Reduzierung des CO2-Ausstoßes geht es nicht nur um Klimaschutz. Es geht auch um Krisenprävention und Armutsbekämpfung“, so Professor Maria Böhmer, Staatsministerin im Auswärtigen Amt. „Damit reduziert sich das Risiko für klimabedingte Flucht- und Migrationsbewegungen.“

Eine rasche Dekarbonisierung ist ihrer Meinung nach keine Utopie – schon 2013 flossen mehr als die Hälfte aller globalen Investitionen im Stromsektor in Erneuerbare Energien. Böhmer sieht international eine breite Front unterschiedlichster Interessen für eine Dekarbonisierung der Weltwirtschaft.

„Um die 160 Länder haben ihre nationalen Beiträge für das Klimaschutzabkommen in Paris vorgelegt“, berichtete Bérengère Quincy, französische Botschafterin der COP 21. „Auf sie entfallen um die 90 Prozent der weltweiten Emissionen. Das ist ein großer Schritt nach vorn. Aber das reicht noch nicht aus um die Zwei-Grad-Obergrenze einzuhalten.“ Es ist in der Tat bereits von Klimaexperten im Vorfeld kritisiert worden, dass die Zielsetzungen zu den Klimaschutzmaßnahmen der einzelnen Länder nicht ausreichen würden, um das 2-Grad-Ziel zu erreichen – die Zahlen werden häufig schöngerechnet.

Über die ökonomischen Vorteile und Effekte von Klimaschutzmaßnahmen sprach Jennifer Morgan vom The New Climate Economy, World Resources Institute „Mehr Klimaschutz führt zu besserem Wachstum“, so Morgan. „Investitionen in kohlenstoffarme Energie und Infrastruktur sind gut für die wirtschaftliche Bilanz und gut für das Klima. Um die 2-Grad-Obergrenze einzuhalten, müssen wir den Transformationsprozess beschleunigen.“ Dafür müsse aber nun von Paris ein klares Signal auch besonders für Investitionsentscheidungen ausgehen. „Wir müssen Milliarden in kohlenstoffarme und klimaresiliente Entwicklung umleiten, kurzfristig und langfristig“, fordert Morgan. Eine aktuell veröffentlichte Studie der renommierten Stanford University belegt, dass der fortschreitende Klimawandel und die globale Erwärmung bereits massiv der weltweiten Wirtschaft schaden.

Den vielen Worten müssen nun Taten folgen. Schon im Vorfeld hatten zahlreiche Wissenschaftler durchblicken lassen, dass sie das ehrgeizige Programm skeptisch betrachten. Und ob die ausgehandelten Ziele dann auch so umgesetzt werden ist noch mal ein anderes Thema. Selbst im Energiewendeland Deutschland ist die Energiepolitik mit Kohle-Reservehaltung und kontraproduktiven Gesetzen – was den Ausbau und die Nutzung Erneuerbarer Energien und die Weiterführung einer dezentralen Energiewende angeht – nicht gerade auf einem hoffnungsvollen Weg. na

Hintergrundwissen zum Klimagipfel und Klimawandel

Deutsches Klima-Konsortium e.V.

Was kann COP21 leisten? In einer Artikelserie der DUH erklären Experten, welche Chancen sie sehen und was sie von der Klimakonferenz erwarten.

Greenpeace stellt kostenlos Bildungsmaterial mit aktuellen Informationen und Anregungen rund um den Klimaschutz für den Schulunterricht zur Verfügung.

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