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Wälder in Europa und den USA verlangsamen Klimawandel

Der Klimawandel ist kaum noch aufzuhalten, die Weltgemeinschaft hat kollektiv versagt. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Denn durch die steigenden Temperaturen sind Pflanzen länger aktiv – und Wälder in unseren Breiten nehmen mehr CO2 auf.

19.07.2014 – Die Wälder der Mittleren Breiten unserer Erde nehmen heute mehr Treibhausgase auf als vor dem Beginn der Klimaerwärmung. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung mehrerer Forscher, die ihre Ergebnisse in dem Fachmagazin Nature Climate Change veröffentlichten. Denn aufgrund der in den vergangenen Jahrzehnten gestiegenen Durchschnittstemperaturen werden Bäume und Pflanzen früher aktiv. Auch die Winterruhe setzt erst später im Jahr ein.

Den Pflanzen und Wäldern bleibt also mehr Zeit, um Photosynthese zu betreiben und CO2 zu binden. Die Photosyntheseaktivität von Wäldern hat sich den Forschern zufolge in größerem Maße erhöht als ihr Kohlendioxidausstoß. Sie binden also mehr CO2 als früher. „Für einen vorgezogenen Frühling haben schon andere Studien und Modelle diesen positiven Effekt bemerkt, nicht so deutlich jedoch für einen verlängerten Herbst“, erklärt Prof. Hans Peter Schmid seine Forschungsergebnisse.

Treibhausgasflüsse zwischen Wald und Atmosphäre beobachtet

Der Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung – Atmosphärische Umweltforschung (IMK-IFU) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) analysierte für die Untersuchung gemeinsam mit der amerikanischen Forstbehörde United States Forest Service und Forschern von den Universitäten Havard, Ohio State und Indiana Messungen in amerikanischen Wäldern. Dabei wurden über Jahre die Treibhausgasflüsse zwischen Wald und Atmosphäre detailliert aufgezeichnet. Gemeinsam mit anderen Untersuchungen, Studien und Messergebnissen ergab sich so das überregionale Bild.

Die Untersuchungen gelten allerdings nur für die Mittleren Breiten der Erde, also im gemäßigten Klima zwischen der kalten Zone und den Subtropen. Dazu gehören etwa Europa oder Nordamerika, die großen Regenwaldgebiete z.B. in Brasilien oder Indonesien nicht. Dort werden noch immer riesige Flächen des für das Klima wertvollen Urwaldes gerodet und große Mengen CO2 freigesetzt. Indonesien ist aufgrund der Abholzungen nun zu den größten CO2-Emitenten der Welt aufgestiegen und liegt nach China und den USA auf Platz drei. cw

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