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Nachhaltiger KlimaschutzNatur und Gesellschaft zusammendenken

Hohes Venn, Belgien
Naturbasierte Lösungen sind gut für Mensch, Umwelt und Klima. Ihr genaues CO2-Minderungspotenzial lässt sich jedoch nur schwer einordnen. (Bild: Herbert Aust / pixabay)

Naturbasierte Lösungen sind gut für Mensch, Umwelt und Klima. Ihr genaues CO2-Minderungspotenzial lässt sich jedoch nur schwer einordnen. Das Öko-Institut rät zu einem integrierten Umwelt- und Klimaschutz.

08.02.2022 – Das Policy Paper “Nature-based solutions and global climate protection“ ermittelt Potenzial und Grenzen sogenannter Naturbasierter Lösungen (NbS) als CO2-Speicher. Ziel war ein besseres Verständnis für NbS als konkrete Klimaschutzstrategie. Dabei untersuchte das Öko-Institut im Auftrag des Umweltbundesamtes prominente Studien zum Senkenpotenzial von Wäldern, Feuchtgebieten und Böden.

Das Potenzial werde häufig überschätzt, so die Forscher. Denn Maßnahmen hätten nur dann langfristig Bestand, wenn das Land nicht nur punktuell, sondern grundsätzlich nachhaltig genutzt und bewirtschaftet werde. Eine Lösung sehen die Forscher in einem ganzheitlichen Natur- und Klimaschutz.

Konkrete Potenziale werden wahrscheinlich überschätzt

Das Öko-Institut analysierte Studien zum Minderungspotenzial von Wäldern, terrestrischen und küstennahen Feuchtgebieten, Anbauflächen, Grünland und Siedlungen. Strategien zur nachhaltigen Nutzung fielen dabei unterschiedlich erfolgreich aus und Speicherpotenziale variierten erheblich.

Grundsätzlich bestehe in fast allen Bereichen die Gefahr, dass das Potenzial der NbS von wissenschaftlicher Seite überschätzt werde, so das Öko-Institut. Dies liege an übermäßig optimistischen Annahmen zur Flächenverfügbarkeit, einem unsicheren Referenzrahmen und einer Konzentration auf technische Minderungspotenziale.

Letzteres bedeutet, dass viele Kosten oder Probleme, die bei der praktischen Umsetzung entstehen, bei den betreffenden Studien nicht beachtet wurden. Hierzu gehören Konflikte darüber, wie eine Fläche genutzt werden soll, soziale, oder politische Hindernisse, oder die Finanzierung der Veränderung an sich. Zudem werde oft die Möglichkeit der sogenannten Nicht-Permanenz nicht mit einbezogen. Damit ist gemeint, dass beispielsweise wiederhergestellte Ökosysteme durch Naturkatastrophen zerstört werden können, was ihr gesamtes CO2-Speicherpotenzial augenblicklich vernichtet.

Umwelt- und Klimaschutz mit gesellschaftlichem Wandel verbinden

Annahmen über die Kohlenstoffspeicherkapazität von NbS seien folglich mit großen Unsicherheiten behaftet. Sie seien eher als grobe Schätzungen einzuordnen, so das Öko-Institut. CO2-Ausstoß tatsächlich zu vermeiden, indem weniger fossile Brennstoffe genutzt würden, könne keinesfalls mit einem Ausgleich über NbS  gleichgesetzt werden. Dies ist auch deshalb relevant, weil bisher eine große Anzahl CO2-Zertifikate auf dem Markt waren, die auf NbS beruhen.

NbS könnten einen erheblichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Sie gelten als No-Regret-Option, also als etwas, mit dem man nichts falsch machen kann, da ihr Nutzen so vielfältig ist. Das Öko-Institut empfiehlt allerdings, sie ergänzend zu ehrgeizigen CO2-Minderungszielen umzusetzen. Für ihren Erfolg sei entscheidend, dass Ökosysteme allgemein weniger belastet, ausgebeutet und verschmutzt würden, und sich gesellschaftliche Produktions- und Konsummuster nachhaltig verändern. jb

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